40 Jahre GFO und Auszeichnung der Produktion „Lot“ mit dem GFO-Wanderpreis

»40 Jahre GFO und Auszeichnung der Produktion „Lot“ mit dem GFO-Wanderpreis«

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover hat nicht nur herausragende künstlerische Leistungen im Bereich des Musiktheaters zu bieten, viele ihrer Bürger setzen sich engagiert für den Erhalt dieser Musiktheaterkultur ein.

Wie in jeder Spielzeit haben die Mitglieder der Gesellschaft der Freunde des Opernhauses Hannover e.V. (GFO) abgestimmt und die Beste Neuinszenierung der vorangegangenen Spielzeit gewählt. Für die Spielzeit 2016/17 hat die Uraufführung von Battistellis Oper „Lot“ die meisten Stimmen erhalten und wird mit dem GFO-Wanderpreis ausgezeichnet. Unter der Regie von Frank Hilbrich und der musikalischen Leitung von Mark Rohde ist dem Ensemble des Opernhauses mit „Lot“ eine ganz besondere Opernproduktion gelungen, die auf allen Ebenen überzeugt hat. Der GFO-Vorstand gratuliert den Beteiligten herzlich.

Die Überreichung des GFO-Wanderpreises findet am Mittwoch, den 4. Oktober 2017 statt. Da es leider in der aktuellen Spielzeit keine Wiederaufnahme der Siegerproduktion „Lot“ geben wird, soll der Wanderpreis in diesem Jahr im Anschluss an die vorletzte Vorstellung von Hans Werner Henzes Oper „Der junge Lord“ überreicht werden. Es freut uns besonders, dass auf diese Weise unter anderem auch Franz Mazura, einer der wohl ältesten aktiven Opernsänger (Jahrgang 1924!) dabei sein kann, um gemeinsam mit den anderen Künstlerinnen und Künstlern die Auszeichnung entgegenzunehmen. In „Der junge Lord“ spielt er aktuell als Sir Edgar und hat zuvor auch die Produktion „Lot“ in der Rolle des Abraham entscheidend mitgeprägt.

Die 1977 gegründete GFO, die seither in jeder Spielzeit mehrere Produktionen fördert und darüber hinaus ein umfangreiches Jugendprogramm unterhält, erscheint im Vergleich zu solchen Veteranen des Musiktheaters beinahe jung. Nichtsdestotrotz blickt der Förderverein der Staatsoper Hannover nunmehr auf 40 Jahre Vereinsgeschichte zurück, in der sich kunst- und kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt einer hochkarätigen Musiktheaterkultur in Hannover eingesetzt haben. Das 40-jährige Bestehen der GFO werden wir an diesem Abend im Anschluss an Vorstellung und Preisübergabe im Marschnersaal feiern.

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Video zu “Der junge Lord”

»Video zu “Der junge Lord”«

Die neue Spielzeit ist eröffnet!
Hier der Link zu einem Video zu der Eröffnungspremiere:
Hans Werner Henzes Oper “Der junge Lord”.
Premiere der Inszenierung am 2. September 2017
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Und hier noch der Link zu einer längeren Version: Zum Video

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Ausflug nach Hildesheim

»Ausflug nach Hildesheim«

Am Samstag, den 10. Juni 2017 trafen sich 14 gut gelaunte Opernfreunde bei phantastischem Wetter zu einem gemeinsamen Ausflug nach Hildesheim. Diese Nachbarstadt Hannovers ist besonders für ihre Kirchen berühmt. Die UNESCO würdigte dies, indem sie die Kirche St. Michaelis und den Mariendom 1985 gemeinsam zu Weltkulturerbe erklärte. Bei einer kurzweiligen Stadtführung konnten wir unter anderem diese Stätten besichtigen und viel Interessantes aus Jahrhunderten Stadtgeschichte erfahren. Herzlichen Dank an Frau Kiesel für die spannenden Einblicke!

Fotos und Copyright: Susanne Weisgerber

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Video zu “Der Liebestrank”

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Oper von Gaetano Donizetti
Premiere der Inszenierung am 3. Juni 2017
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Arie des Dulcamara
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Video zu Henry VIII

»Video zu “Henry VIII”«

Ballett von Jörg Mannes
Uraufführung der Choreographie am 6. Mai 2017
Musik von Mark Polscher (UA), Johann Sebastian Bach (arr. L. Stokowski) und Edward Elgar
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GFO-Künstlerlunch im Luisenhof

»GFO-Künstlerlunch im Luisenhof«

Zum letzten Künstlerlunch in dieser Spielzeit am 30. April trafen sich diesmal insgesamt 53 GFO-Mitglieder und Künstler des Opernhauses.

Zum ersten Mal waren bei dieser Veranstaltung auch Mitglieder des Balletts dabei: Cassia Lopes, Denis Piza und Patrick Michael Doe gewährten uns Einblicke in die Welt des Tanzes. Obgleich eine knappe Woche später die Uraufführung von „Henry VIII“ auf dem Programm stand und alle drei Tänzer durch Proben stark beansprucht waren, nahmen sie sich die Zeit für uns und erzählten, wie sie von Brasilien bzw. den USA nach Deutschland kamen und hier zu solch beeindruckenden Künstlern wurden.

Die Sopranistin Stella Motina – in der Ukraine geboren, mit Wohnsitzen in Hannover und Moskau -– berichtete von den unterschiedlichen Lehrmethoden in Russland und Deutschland und erzählte uns, dass sie sich schon sehr darauf freue, in der kommenden Spielzeit die Maria in der Neuproduktion der „West Side Story“ zu singen. Die armenische Sopranistin Karine Minasyan hat neben Rollen in der Jungen Oper, bei der sie Ensemblemitglied ist, auch schon kleinere Partien auf der großen Bühne übernommen. Sie betonte, dass gerade diese ersten Bühnenerfahrungen sehr wichtig für die Studenten zur Vorbereitung auf den Sängerberuf seien.

Vom Orchester begrüßten wir den stellvertretenden Konzertmeister Michael Wild sowie die stellvertretende Solocellistin Christine Balke. Beide Musiker sind bereits seit langer Zeit Mitglieder des Staatsorchesters. Es ergaben sich viele interessante Gespräche: über den neuen Spielplan, über das Künstlerleben in Hannover und über ganz allgemeine Themen. Gäste und GFO-Mitglieder unterhielten sich bestens bei gutem Essen. Die Zeit verging einmal mehr wie im Fluge.

Ich freue mich schon jetzt auf die kommende Spielzeit mit neuen Veranstaltungen, bei denen sich Künstler und Publikum näher kennenlernen.

Susanne Weisgerber

Fotos und Copyright: Susanne Weisgerber

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Video zur Spielzeitpräsentation der Staatsoper

»Ausblick auf die kommende Spielzeit 2017/18«

Das Leitungsteam der Staatsoper Hannover präsentiert die neue Spielzeit
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Video zu “Lot”

»Video zu “Lot”«

Oper von Giorgio Battistelli
Premiere: Samstag, 01. April 2017
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Intendantentreffen am 20. März mit Schulen des Jugendprogramms

»TATORT OPER der GFO: Gespräche über die Oper und eine notwendige Schnäppchenjagd«

Jedes Jahr zur Osterzeit treffen sich die zehn an dem TATORT-OPER-Programm der GFO teilnehmenden Schulen mit Herrn Dr. Klügl, um über die bis zu diesem Zeitpunkt gesehenen Aufführungen an der Hannoverschen Staatsoper zu diskutieren. Neben Herrn Dr. Klügl standen dieses Jahr auch der Ballettdirektor Herr Mannes, der Bariton Herr Adam und Frau Fölling von der Opernpädagogik und Jungen Oper den ca. 120 Schülern Rede und Antwort.
Tradition ist es bei dem Intendantentreffen, dass jeweils eine Schule eines der fünf gesehenen Werke mit einer kurzen szenischen Darstellung vorstellt, um die Aufführung mit ihrer zentralen Aussage wieder in Erinnerung zu bringen und um die Gespräche abwechslungsreicher zu gestalten. Diese sog. Anmoderationen wurden diesmal vom GYMNASIUM BAD NENNDORF unter Herrn Groß mit einer Art Sketch über die große Mildtätigkeit des Herrschers zu Mozarts Oper La Clemenza ti tito eingeleitet. Danach folgte der gesungene und szenisch interpretierte Vortrag von Schuberts bekanntem Lied „Das Wandern ist es Müllers Lust“ durch die TELLKAMPFSCHULE mit Herrn Saathoff als Erinnerung an Jörg Mannes’ Ballett Schubert. Das Singen wurde durch allerhand Akrobatik unterstützt, die das romantische Motiv des Wanderns verdeutlichen sollte. Das GYMNASIUM GROSSBURGWEDEL mit Frau Bleich ließ das Schicksal der Titelheldin aus Puccinis Oper Manon Lescaut in Gesprächen von verschiedenen „Klatschweibern“ durch Fensterrahmen Revue passieren. Das ALBERT-SCHWEITZER-GYMNASIUM aus Nienburg mit Frau Suckel wiederum verlegte in seiner Interpretation die Verkaufte Braut in Anlehnung an Martin G. Bergers Inszenierung in eine kontroverse Talkshow, in der die Protagonisten des Werkes der Moderatorin über ihre Wünsche und Gedanken Rede und Antwort stehen mussten. Zum Abschluss folgte eine Interpretation von Wagners Fliegendem Holländer durch die GOETHESCHULE unter Frau Führ, in der die Schülerinnen und Schüler in einer Art Rundtanz zur Holländer-Musik, die immer wieder angehalten wurde, die innersten und versteckten Wünsche der zentralen Figuren der Oper offenlegten.
In den intensiven Gesprächen über die Werke ging es z.B. um die Bedeutung der Kostüme in Mozarts Titus, denn die Kleidung wird im Verlauf der Oper zunehmend steifer und geradezu maoistisch. Diese Veränderung sollte symbolisieren, dass die Gesellschaft aufgrund von Titus’ Mildtätigkeit, die auch viel mit Unentschiedenheit zu tun hat, geradezu erstarrt.
Über die Choreographie des Balletts Schubert hatte Herr Mannes berichtet, dass während des Entstehungsprozesses viele Ideen von den einzelnen Tänzern mit eingeflossen sind und dass das Ballett ganz verschiedene Aspekte aus Franz Schuberts Leben aufnimmt: So sind z.B. die Kostüme der Tänzer teilweise durchsichtig, um Verletzlichkeit zu illustrieren oder bestehen aus Röcken, um die Biedermeierzeit zu repräsentieren.
Bei dem aufwendigen Bühnenbild zu Manon Lescaut hat die Schüler natürlich brennend interessiert, wie teuer diese Inszenierung eigentlich war: Ohne den genauen Preis zu nennen, hat Herr Dr. Klügl aber betont, dass man als Intendant auch zum Schnäppchenjäger wird: Um die Kosten zu senken, wird einerseits preiswerter Stoff teilweise auf Vorrat eingekauft, andererseits sollten Kostüme im gewissen Rahmen auch wiederverwendbar sein.
Schließlich hat Herr Adam den Schülern u.a. noch gestanden, dass für ihn Lampenfieber Teil seiner Arbeit sei und dass das ein Zeichen dafür sei, wie ernst er seine Arbeit und das Publikum nehmen würde. Außerdem hat der Sänger darüber berichtet, dass die Arbeit mit einem Regisseur nicht selten auch eine gewisse Konfrontation sei, denn das Verständnis zu einer Rolle sei nicht immer identisch. So müsse im Laufe des Probenprozesses ein gemeinsamer Weg entwickelt werden und das könne auch sehr anstrengend sein.
Für die Schülerinnen und Schüler war übrigens die Aufführung der Verkauften Braut die überzeugendste Vorstellung der Saison.

Lehrer, die mit Ihrer Schule nahezu kostenlos an dem Programm TATORT OPER teilnehmen wollen und sechs Vorstellungen in der Saison besuchen möchten, können sich bei dem Leiter des Programms, Herrn Dr. Stephan Schmidt, bewerben: stephan.schmidt@gbg-seelze.eu.

Fotos und Copyright: Dr. Stephan Schmidt

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Besuch der Bühnenorchesterprobe “Lot”

»Besuch der Bühnenorchesterprobe “Lot”«

Von den düsteren und verstörenden Geschehnissen, die das Alte Testament über die Stadt Sodom, über Lot, sein Weib und seine beiden Töchter berichtet, ist den meisten wohl jene Episode bekannt, in der Lots Weib – beim Verlassen des dem Untergang geweihten Sodom – gegen das göttliche Verbot verstößt, sich noch einmal umzuschauen, und dafür bestraft wird, indem sie zur Salzsäule erstarrt.
In Giorgio Battistellis Oper Lot, die jetzt im Staatstheater ihre Uraufführung erlebte, kommt diese Szene natürlich auch vor. Und die GFO-Mitglieder, die am 23. März 2017 einer Bühnenorchesterprobe mit Ausschnitten aus dem 2. Akt beiwohnen durften, hatten Gelegenheit, auch diese Szene zu hören und zu sehen. Ihre Eindrücke, auch ihre Einwände und Fragen konnten sie gleich im Anschluss an die Probe loswerden, im Gespräch nämlich mit dem Regisseur Frank Hilbrich und dem Chefdramaturgen Klaus Angermann.
Warum – so wurde etwa gefragt – „passiere“ denn seitens der Inszenierung so wenig im entscheidenden Moment der Umwandlung zur Salzsäule? Warum laufe die Frau einfach zurück in den Bühnenhintergrund, um dort im Dunkel zu verschwinden? Hilbrich begründet seine scheinbare Zurückhaltung als Regisseur in dieser Szene lapidar und einleuchtend: „Die Salzsäule hör’ ich nicht. Die große Show – sie ist hier von der Musik her nicht gewollt.“ In der Tat komponiert Battistelli hier keinen „Knalleffekt“, den die Regie entsprechend umsetzen müsste. Er legt das Gewicht viel stärker auf den vorangehenden Monolog von Lots Weib, der von weitgespannten melodischen Linien geprägt ist und schließlich auf einer Tonhöhe verharrt und verklingt und damit sich deutlich abhebt von dem sonst überwiegend sprunghaft-rezitativischen Gestus der Gesangspartien, wie sie die Zuhörer in der Probe erlebten.
Regisseur Frank Hilbrich beeindruckt die Probengäste in der Nachbesprechung durch die unprätentiöse offene Art, in der er sein Konzept erläutert. Und das ist darauf angelegt, den Intentionen des Komponisten so weit wie möglich gerecht zu werden, indem es sich an den hörbaren Aussagen der Musik orientiert. Der Schöpfer dieser Musik in Gestalt von Giorgio Battistelli ist im Gegensatz zu den allermeisten heutzutage gespielten Opernkomponisten noch sehr lebendig. Ein paar Tage nach der BO-Probe kommt er selbst nach Hannover, um sich mit der fast fertigen Inszenierung seiner Oper vertraut machen. Der Regisseur ist mit ihm natürlich beizeiten die ganze Partitur hinsichtlich der szenischen Umsetzung durchgegangen, ist aber, wie er sagt, darauf eingestellt, bis zur Premiere noch dieses oder jenes Detail zu ändern (die Salzsäule, so ist zu vermuten, wird aber wegbleiben).
Die Probenbesucher der GFO hatten im Falle Lot jedenfalls ein spektakuläres Vorrecht. Nicht nur durften wir, wie sonst üblich, im Voraus einen Eindruck von Inszenierung und Bühnenbild gewinnen, von den Sängerinnen und Sängern natürlich auch, und nebenbei noch ein bisschen Bühnenluft und Probenatmosphäre schnuppern. Als erste Zuhörer erlebten wir Ausschnitte einer zeitgenössischen Oper in ihrer originalen Orchestrierung live, bevor der Komponist selbst dazu Gelegenheit hat! Ein großes Dankeschön der Nutznießer an alle, die das ermöglicht haben!

Klaus Hagedorn

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