Äußerungen von Schülern der Opern-AG der Tellkampfschule zur „Aida“ am 17. April 2018

„Ein fantastisches Stück, sehr unterhaltsam durch eine unkonventionelle Inszenierung.“
„anders, unterhaltsam, ulkig, überraschend, humorvoll, selbstkritisch, spannend, trotz eher durchschnittlicher Opernhandlung.“
„Die Oper hinterfragt sich selbst immer wieder. Man kann sich als Zuschauer nicht zurücklehnen.“
„Sehr klangvolle und schöne Musik – keine Indianermusik!“
„Die Trompeten waren sehr beeindruckend!“
„Mir hat die erste Hälfte besser gefallen, weil hier die verschiedenen multimedialen Elemente schön anzusehen waren.“
„Teilweise reizüberflutend.“
„Ich mochte musikalisch die Stelle sehr gerne, an der die zwei Gestalten mit dem Schwert aus dem Nebel kamen.“
„Das beste war die Schlammschlachtszene.“
„Die beste Oper der Saison. Es war alles dabei. Wie wunderbar, dass sich die Oper Hannover von klassischen Mustern löst und auch das junge Publikum begeistert.“

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Schülerkritiken 2017/18

„West Side Story“

von Alessandra, Jg. 12

Seit nun 60 Jahren verzaubert das Musical West Side Story Millionen von Menschen aus aller Welt, so nun auch in Hannover. Die Inszenierung von Frank Thannhäuser und Nico Rabenald hat in der Staatsoper Hannover mit einer großartigen Besetzung, von sowohl Balletttänzern als auch Musicaldarstellern, den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Publikum ist begeistert! Von den Tanzeinlagen bis hin zum einfachen, jedoch ausdrucksstarken Bühnenbild ist in der West Side Story für jedes Alter was dabei.

Mit den englischen Songs und den deutschen Dialogen, ist dieses Musical nicht nur etwas für Opernliebhaber, sondern auch für Zuschauer die lieber Pop oder Jazz hören. Leonard Bernstein, der Komponist des Musicals, schaffte es, die (latein-) amerikanische Musik mit der westlichen Musik zu verbinden. Diese Verbindung unterstützt die Handlung, welche auf Romeo und Julia basiert, in der sich ein Paar aus verfeindeten Gangs ineinander verliebt, diese Liebe aber aufgrund der unterschiedlichen Herkunftsländer nicht erlaubt ist. So kann das Publikum in zwei Akten mit dem Liebespaar mitfiebern und gemeinsam auf ein Happy End hoffen…
Das erhoffte, glückliche Ende bleibt jedoch aus. Maria bleibt alleine, ohne Bruder und Liebhaber, zurück. Das Ende zerrt an den Nerven, da die Stille danach doch so Ohrenbetäubend ist. Der donnernde Applaus lässt dann nicht lange auf sich warten und man kann mit guten gewissen sagen, die West Side Story war und bleibt auch eins der besten Musicals der Welt.

Doch was wäre ein Musical ohne den richtigen musikalischen Flair. Das Feeling dieser sensationellen Musik greifen die Musiker unter der Leitung von Joseph R. Olefirowicz perfekt auf und verleihen damit den Tanzeinlagen noch mehr Lebhaftigkeit und Druck. Zudem wird der Zuschauer bereits am Anfang des Stückes durch provokatives Fingerschnipsen (gemeint ist das bekannte Jet-Motiv) in die Handlung eingeführt und ist sofort mit dabei.
Diese Leidenschaft im Schauspiel und Gesang passen ausgezeichnet zu der Geschichte zwischen der jungen Maria und Toni, die sich immer wieder nach einer heilen Welt ohne Streit zwischen den Jets und den Sharks sehnen. Diese Sehnsucht wird besonders im Tanz der Maria verdeutlicht.
Insgesamt ist diese Inszenierung so gut gelungen, dass die Zuschauer selbst am Ende nicht genug kriegen können und eine Zugabe wollen.
Ein Musical zum Mitfühlen und Mitsingen und mit viel Ohrwurmcharakter.

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Video zu „Aida“

»Video zu „Aida“«

Am Samstag den 14. April hat Verdis Oper Aida an unserem Opernhaus Premiere gefeiert.

Zum Video

Ein ausführliches Video mit Regisseur Kay Voges im Interview folgt!

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Intendantentreffen 2017/18

Intendantentreffen am 13. März mit Schulen des TATORT-OPER-Jugendprogramms der GFO: Gespräche über die Oper und einen notwendigen Aggressionsabbau

Traditionell treffen sich im März auf der Probebühne 2 der Staatsoper um die 140 Schülerinnen und Schüler, die mit ihren zehn Schulen an dem von der GFO geförderten Jugendprogramm TATORT OPER teilnehmen und diskutieren mit Herrn Dr. Klügl über die im Rahmen dieses Programms gemeinsam besuchten fünf Aufführungen in der Staatsoper. Dabei debattierte in diesem Jahr nicht nur der Intendant selber mit den Schülern, sondern neben ihm auch noch der Ballettdirektor Herr Mannes sowie der Tänzer Niels Funke. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Stephan Schmidt, dem Leiter des Programms.
Um die Diskussionen aufzulockern und um den Inhalt sowie Inszenierungsdetails der gesehenen Werke wieder ins Gedächtnis zu rufen, gab es vor jedem Gespräch über die besuchten Vorstellungen eine szenische Darstellung zu dem betreffenden Werk durch Schüler einer der teilnehmenden Schulen. Dabei zog das GYMNASIUM GROSSBURGWEDEL unter Frau Bleich die anwesenden Schüler u.a. in eine Verkaufsveranstaltung, in der Dulcamara aus Donizettis Liebestrank dem überrumpelten Publikum verschiedene unnütze Dinge verkaufen wollte. Die LEIBNIZSCHULE (Herr Sargaster) erinnerte mit ihrem von Schülern vorgetragenen und vom Klavier aus begleiteten Song „Vor oder zurück“, der von Band Jeremias in dem Stück Club Figaro vorgetragen wird, an die Untersicherheiten, Ängste und Probleme von Jugendlichen, die in dem Werk der Jungen Oper thematisiert werden. Das Ballet Daphnis – Lost Love von Jörg Mannes wurde durch Tanz, dessen Bedeutung durch Worte unterstützt wurden, vom HANNAH ARENDT GYMNASIUMS BARSINGHAUSEN, deren Opern-AG von Herrn Kampkötter geleitet wird, in Erinnerung gerufen. Die Rivalitäten zwischen den Gangs in Bernsteins West Side Story wurden sehr anschaulich durch die GOETHESCHULE (Frau Fuhr) präsentiert. Abschließend beleuchteten Schüler der IGS RODERBRUCH in einer kurzen Gegenüberstellung einer Szene aus Strauss‘ Salome und einer fiktiven Schulstunde die Besonderheiten dieser Oper.
In den spannenden Diskussionen über die fünf Werke wurde u.a. darüber gesprochen, warum der Tanz der sieben Schleier in Salome auch von Männern getanzt wurde. Herr Klügl hob dabei hervor, dass Salome in Inszenierungen oft dämonisiert oder als femme fatale dargestellt werden würde. Mit diesem Bild wollte der Regisseur Ingo Kerkhof aufräumen, denn Salome sei die unglücklichste Figur in der Oper und zudem die authentischste Figur des Werkes. Gerade die erste Begegnung zwischen ihr und Jochanaan sei äußerst berückend.
In der Auseinandersetzung mit der West Side Story wurde u.a. erörtert, warum die Vergewaltigungsszene so realistisch dargestellt wurde, obwohl sie so explizit im Originaltext nicht vorgesehen sei. Herr Dr. Klügl verwies aber darauf, dass die Musik dieser Szene brutal sei und zudem in den 50er-Jahren (der Zeit der Uraufführung) nicht alles so drastisch gezeigt werden konnte, wie es gemeint war. Außerdem habe Theater auch eine kathartische Wirkung und diene durch das unmittelbare Erleben von Gewalt dem eigenen Aggressionsabbau, damit man Gewalt quasi nicht selbst (aus-)leben müsse.
Herr Mannes und Herr Funke machten in den Gesprächen über Daphnis – Lost Love und die Choreographie in der West Side Story deutlich, wie wichtig als Tänzer Vertrauen sei, denn eine falsche Bewegung könne unmittelbar zu Verletzungen führen – sowohl zu eigenen als auch beim Partner. Außerdem wurde hervorgehoben, dass man als Tänzer während einer Aufführung nicht mehr über einzelne Schritte nachdenke, sondern dass sie quasi im Körpergedächtnis verankert seien. Dennoch könne es aber auch zu einem Blackout kommen, der dann durch Improvisation überbrückt werden müsse. Zudem gestand Herr Funke den fragenden Schülern ganz freimütig, dass ihm Schokolade und die Routine gegen Lampenfieber helfe.

Die beliebteste Vorstellung der Schüler war in dieser Spielzeit – wie zu erwarten war – Bernsteins geniale West Side Story.

Lehrer, die mit ihrer Schule an dem nahezu kostenlosen Programm TATORT OPER der GFO teilnehmen wollen und sechs Vorstellungen in der Saison besuchen möchten, können sich mit dem Leiter des Programms, Herrn Dr. Schmidt, in Kontakt setzen: stephan.schmidt@gbg-seelze.eu.

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Video zu „Moving Lights“

»Video zu „Moving Lights“«

Am Samstag, 17. Februar 2018 feierte die Ballettproduktion „Moving Lights“ mit Choreographien von Nils Christe und Jörg Mannes zu Musik von John Adams und Giovanni Sollima an unserem Opernhaus Premiere.

Hier der Link zum Video

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Neue Videos

»Neue Videos«

Hier zwei Links zu aktuellen Videos aus der Staatsoper Hannover:

Don Carlo

Karine Babajanyan

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Video „Die Zauberflöte“

»Video „Die Zauberflöte“«

Hier das Video zu der Neuinszenierung von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ an der Staatsoper Hannover: Zum Video

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HAPPY NEW YEAR!!!

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Schülerkritiken 2016/17

Club Figaro: Unscheinbar scheinbar
(von Charlotte M.A. Walter; Gymnasium Bad Nenndorf)

Man erwartete eine Neufassung von Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“, welche schon mit neuem Namen „Club Figaro“ deutlich moderner und zeitgemäßer daher kam. Und tatsächlich wurde schon bei der Aufmachung des Programmheftes schnell klar, dass es bunt, laut und keineswegs langweilig werden würde. Ein Stempel des Clubs auf die Hand und die Party konnte steigen. Jede Figur wurde zunächst vorgestellt, allesamt junge Leute, so unscheinbar scheinbar suchend nach Erfüllung, nach der eigenen Identität. Durch unterschiedliche Tanzmoves wurde uns Zuschauern schnell deutlich, was für Charaktere auf der Bühne stehen: Sie sind auf der Suche nach sich selbst oder nach Zufriedenheit, aber auch auf der Suche nach Anerkennung, Akzeptanz und Liebe. Typische Probleme des überwiegend jugendlichen Publikums und damit wird eine gute Verbindung zu diesem hergestellt. Deutsche Texte machen es dem Publikum leicht, die Wünsche und Träume der Figuren zu verstehen. Doch wer genauer hinschaut, bemerkt schnell, dass neben der eigentlichen Haupthandlung rund um Cherubino, einige Nebenhandlungen stattfinden, die die Kulisse realistischer wirken lassen und zum Teil den Zuschauer verführen, nicht der eigentlichen Handlung zu folgen. Aber all diese scheinbaren Nebenhandlungen verknüpfen sich nach und nach mit der Haupthandlung und streben nach Auflösung, nach Antwort für ihre eigenen Zweifel. Erkennbar an den Kostümen wird deutlich, dass jeder in dieser Umgebung eigentlich er selbst ist und eigentlich ganz anders ist, als alle anderen meinen. Daher ist auch die Handlung ständig in Bewegung und lässt der Musik ebenfalls Platz, der Handlung Pfiff zu verpassen. Sie scheint geradezu der lenkende Pol zu sein. Mozarts Musik wird in ein neues, zeitgemäßes Gewand gekleidet. Die Kombination von DJ, Band und kleiner Orchesterbesetzung wirkt zuerst einmal relativ ungewöhnlich und ein bisschen verrückt, aber genau diese Verrücktheit der Zusammensetzung macht diese spannend. Ein Reiz, der Raum bekommt und die Wirkung der Handlung unterstützt und nicht übertüncht. Vielmehr ist es ein Miteinander zwischen den Charakteren und der modern eingefassten Mozart-Kompositionen. Ein bisschen überraschend ist es dann, dass der DJ als Figur selber nur relativ kurz in das Sichtfeld des Zuschauers kommt, die Band hingegen, wie alle anderen Figuren auch, sich aber dauerhaft auf der Bühne aufhält. Da kann sich schnell mal die Frage stellen, ob der DJ im Arrangement von Musik und Darstellung eine minder wichtige Rolle spielt. Dabei trägt er doch maßgeblich zur Modernität des Stückes bei.
In besonderer Erinnerung bleibt wohl jedem das Ende, gerade weil es etwas unerwartet daherkommt. Der finale Trip wirkt so gefährlich wie reizvoll. Ein Figaro, der an den früheren Sido mit Maske und Zylinder erinnert und eckige, silberne Tierköpfe, die sehr abstrakt wirken. Die Choreographie mit klassischen sowie modernen Elementen schafft eine spannende Illusion dieses Endes. Insgesamt schafft es der „Club Figaro“, in der Kürze die Würze zu finden. Die Illusion realitätsnah zu erschaffen und den Zuschauer für eine kurze Zeit mitzunehmen, in einen Club, der die Vielfalt der Gesellschaft darstellt und auch vor dem Aufruf, wählen zu gehen, nicht zurückschreckt. Das Arrangement ist zwar kurzweilig, fasziniert aber durch abwechslungsreiche Kompositionen, die gerade uns Jugendliche ansprechen, aber auch durchaus Mozartfans in ihren Bann ziehen können.

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Schülerkritiken 2017/18

Kritik zu SALOME vom 22.11.

von Marie, Rebecca, Carla, Nina und Antonia (Jg. 12) Tellkampfschule

Salome ist die tragische Geschichte einer jungen Frau, die Opfer ihrer Umstände wird. Stimmlich und instrumental eine außergewöhnliche Oper, die besonders durch die Schlichtheit ihrer Inszenierung besticht: nichts lenkt vom Wesentlichen ab. Dennoch werden die Eigenheiten der Charaktere von treffenden Kostümen und dem Spiel mit Licht und Schatten betont.
Durch eine beeindruckende Leistung des gesamten Ensembles, insbesondere der Hauptdarstellerin Annemarie Kremer, entfaltet sich dem Publikum die vielschichtige Handlung.
All dies verstärkt die emotionale Wirkung vom Wahnsinn Salomes, welcher ihr Schicksal bestimmt. Uns stellt sich die Frage: Welche Missbrauchsgeschehnisse verbergen sich in ihrer Kindheit? Schließlich wirkt sie verloren und ohne moralische Anhaltspunkte.
Ihre Schönheit bringt ihr Ansehen aber auch Leid; in einer Gesellschaft und einer Familie, in der die (sexuelle) Rolle der Frau eine untergeordnete ist, findet Salome ihren Platz nicht. Der Konflikt von Individuum und Gesellschaft, von Täter und Opfer führt zu ihrem geistigen Verfall.
Die Oper ist verstörend – und das ist gut so.

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