GFO-Sommerreise zum Schloss Marienburg

»GFO-Sommerreise zum Schloss Marienburg«

Samstag, 18. Juni 2016: 23 gutgelaunte Opernfreunde treffen sich am ZOB Hannover. Da noch Zeit bis zur Abfahrt ist, beobachten wir das rege Treiben bei An- und Abfahrt der Fernbusse. Kurz kommt der Gedanke auf, nicht die Buslinie 3007310 – Pattensen – Schulenburg – sondern den Fernbus nach Paris zu besteigen, aber die Tour durch das frühsommerliche Calenberger Land macht großen Spaß.
Auf der Marienburg erwartete uns eine sehr kompetente und charmante Mitarbeiterin des Museums, die uns durch die Sonderausstellung „Der Weg zur Krone“ (300 Jahre Personalunion Großbritannien – Königreich Hannover) sowie durch die Wohnräume und die Bibliothek der königlichen Familie führte. Zum Besichtigungsprogramm zählten auch die Schlosskapelle und die noch vollständig erhaltene Schlossküche in den Kellerräumen mit zahlreichen Küchengeräten aus Kupfer (u.a. 365 Backformen!).
Zum Abschluss traf sich die Gruppe im romantischen Schlosshof zu einer gemütlichen Kaffee- und Plauderrunde.
Herzlich bedanke ich mich, auch im Namen des GFO-Vorstandes, bei Frau Schlömer, die den Ausflug mit viel Herz und Liebe organisiert hat.
Mein persönliches Fazit: Ein wunderbarer Tag, an dem ich neue, sehr sympathische Menschen kennenlernen durfte. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in der Oper und vielleicht bei einem weiteren Ausflug im Sommer 2017. Anregungen werden gerne angenommen.

Gabriele Warda


(Fotos und Copyright: Friederike Schlömer)

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Besuch Bühnenorchesterprobe Titus am 30. Mai 2016

»Besuch Bühnenorchesterprobe Titus am 30. Mai 2016«

Vor Beginn der gut besuchten Probe informierte uns Dramaturgin Steffi Mieszkowski über den Inhalt, die Entstehungsgeschichte und die musikalischen Besonderheiten der letzten Mozart-Oper.
Auf dem Probenplan stand der erste Akt, den wir, unterbrochen von einigen kleinen technischen Problemen, komplett sehen und hören durften.
Regisseur Tobias Ribitzki nahm sich anschließend sehr viel Zeit, uns sein Regie-Konzept nahe zu bringen. Für ihn stelle sich die Frage, was einen Machtmenschen wie Titus dazu bewegt, allen Widersachern zu verzeihen, sogar einen Mordanschlag. Geschieht es, um als der „Milde“ in die Geschichte einzugehen oder fürchtet er sich vor seinen wahren Gefühlen und deren Folgen? Diese Frage wird vielleicht am 4. Juni 2016 bei der Premiere beantwortet.

Gabriele Warda

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GFO-Künstlerlunch im Luisenhof

»GFO-Künstlerlunch im Luisenhof«

Am 22. Mai war es wieder so weit: 45 GFO-Mitglieder trafen sich im Kastens Hotel Luisenhof zum GFO-Lunch und konnten einige Künstler des Opernhauses in ihrem Kreis begrüßen.
Die Sopranistin Ania Vegry erzählte von den unterschiedlichen Herausforderungen in Produktionen wie „Candide“, „Der Freischütz“ und demnächst „Titus“.
Brian Davis, der in der kommenden Spielzeit den Lot in der gleichnamigen Uraufführung von Giorgio Battistelli singen und spielen wird, verriet einen seiner geheimen Wünsche als Amerikaner, nämlich den Jack Rance in „La Fanciulla del West“ zu singen.
Carmen Fuggiss, die seit mehr als 20 Jahren dem Ensemble der Staatsoper angehört, kann auf viele schöne Partien zurückblicken und ließ uns an ihren Erinnerungen teilhaben.
Der junge Bariton Matthias Winckhler, in München geboren, zeigte sich begeistert von der Stadt Hannover und dem Opernhaus mit seinem Ensemble. Daneben gilt seine Begeisterung dem Liedgesang, dem er sich auch gern widmet.
Marie-Sande Papenmeyer, Mitglied des Ensembles der Jungen Oper und gerade äußerst erfolgreich als „Gestiefelter Kater“, erzählte von ihren Erlebnissen mit den jüngsten Zuschauern als besonderer Herausforderung.
Michael Lieb, Leiter der Statisterie, erzählte sehr unterhaltsam von den oftmals großen Herausforderungen bei speziellen Wünschen von Regisseuren, wenn besondere Qualifikationen bei Statisten gefragt sind.
Es waren wieder sehr unterhaltsame Stunden bei gutem Essen und interessanten Gesprächen. Der Künstlerlunch wird auch in der kommenden Spielzeit fortgesetzt. Neue Termine sind der 13. November 2016 und der 30. April 2017. Gäste sind willkommen.

Susanne Weisgerber

(Fotos und Copyright: Dieter Gebhardt)

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Vortrag zum Thema Operette

„…DA BIN ICH SEHR FRIVOL…“

Unter diesem Titel hat die GFO gemeinsam mit der Staatsoper Hannover am 03.12.2015 zu einer Veranstaltung zum Thema „Operette“ eingeladen. Im gut gefüllten Laves-Foyer konnten wir einen abwechslungsreichen, lebendigen und überaus informativen Abend erleben.

Kornelia Repschläger, Regisseurin und Dozentin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH), brachte uns zusammen mit Stefanie Zillig, Mezzosopran, und Steffen Henning, Bariton, begleitet durch Burkhard Bauche am Klavier in ihrem Vortrag mit vielen lebendigen Beispielen den besonderen, stets vom Zeitgeist geprägten Charakter der Operette nahe. Sie beleuchtete anschaulich die inhaltlichen und musikalischen Entwicklungsstadien mit ihren jeweiligen gesellschaftspolitischen Zeitbezügen. So schlug sie einen großen Bogen von der Bedeutung der Pariser Operette des 19. Jahrhunderts über die Wiener Operette zur Berliner Operette bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Auch die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf das Genre wurden angesprochen.

Abschließend setzte sich Kornelia Repschläger mit verschiedenen Thesen zur heutigen Bedeutung und szenischen Umsetzung der Operette auseinander und legte in diesem Zusammenhang das Augenmerk besonders auf den ursprünglichen Charakter insbesondere der Pariser Operette des 19. Jahrhunderts mit ihrem frivol-erotischen Bezug. Dabei wollte sie „frivol“ auch für die heutige Aufführungspraxis durchaus in seiner vielschichtigen Bedeutung verstanden wissen: Er stehe nicht nur für „nichtig“ und „unbedeutend“, sondern auch und insbesondere für „das sittliche Empfinden, die geltenden Moralbegriffe verletzend, schlüpfrig“ (so die Definition im Brockhaus). Dieser gesellschaftskritische und aktualisierte Zugang zur Operette gilt für sie heute immer noch, so dass sie dem bekannten Germanisten und “Operettenforscher” Volker Klotz zustimmt, wenn er sagt: Die Operette „hat sich weder überlebt noch ist sie gegenstandslos geworden. Das wäre sie erst dann, wenn ihre kecken Glücksforderungen eingelöst und wenn die Objekte ihrer unartigen Angriffe verschwunden wären. Das ist nirgends der Fall, im Gegenteil.“

Der Vortrag wurde durch diverse lebendige und eindrucksvolle Musikbeiträge untermalt. So stellten uns Stefanie Zillig und Steffen Henning mit großer Spielfreude und vermeintlich „leichter Hand“ charmant und augenzwinkernd Stücke aus den den verschiedensten Epochen vor. Hier sei nur beispielhaft Steffen Hennings wunderbar ironisierende Darstellung des General Bum Bum aus Offenbachs Die Großherzogin von Gerolstein oder sein verkrampft-schüchterner Vortrag von Brühnes „Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frau‘n“ genannt. Aber auch das von Stefanie Zillig mitreißend, temperamentvoll vorgetragene Stück „Es gibt ja keine Männer mehr“ aus Millöckers Gasparone unterstrich in eindrucksvoller Weise die frivol-erotische Seite der Operette, genauso wie das von beiden vorgetragene Duett „Mausi, süß warst du heute Nacht“ aus Abrahams Blume von Hawaii.

Abschließend kam es zu einem lebendigen und angeregten Gedankenaustausch zwischen Kornelia Repschläger, den Künstlern und dem Publikum, an dem sich unter anderem auch die anwesende Prof. Gudrun Pelker, Dozentin für Gesang und Oper an der HMTMH, und Studentinnen der Hochschule lebhaft beteiligten.

Am Schluss war man sich einig, dass die Operette lebt und dass vor allem der Gedankenaustausch zwischen der GFO und dem Studienbereich Oper und Gesang der HMTMH fortgesetzt werden sollte.

Johanna Paulmann-Heinke

Fotos und Copyright Dieter Gebhardt

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