Schülerkritiken 2015/16

Kommentare zum Vorstellungsbesuch Die Macht des Schicksals, Oper von Giuseppe Verdi

Die Tatort-Oper-AG der Albert-Schweitzer-Schule Nieburg

Giuseppe Verdis „Die Macht des Schicksals“ sorgt am 4. Mai für Gänsehaut trotz Sommerhitze:
Die letzte Vorstellung für die „Tatort Oper“ – AG bot große italienische Oper.
Noch vor Beginn der Oper geben drei Kinderdarsteller pantomimisch durch eine kurze, aber eindeutige Szene einen Ausblick über die Handlung des ersten Aktes. Sie stellen die drei Hauptfiguren des Don Alvaro, seiner Geliebten Leonora und ihres Bruders Carlo dar und weisen mit ihrem Opening bereits auf das Unglück hin, das im ersten Akt geschieht. Auch im Verlauf der Oper sind die Kinderdarsteller noch oft zu sehen.
Die Handlung wurde sehr realistisch dargestellt und die Bühne wurde durch die Drehung der verschiedenen Bühnenbilder geschickt genutzt, sodass Umbauten entfielen. Hierbei wechselten düstere Orte wie das Kloster mit der grellbunten Szenerie der kriegstreibenden Preziosilla in einer Raststätte ab. Auch die Mauer mit den Namen der Kriegsopfer war eine hervorragende Kulisse für die dramatische Handlung, die sich vor ihr abspielte und machte die Sinnlosigkeit des Hassens und Tötens deutlich.
Die packende Handlung zog das Publikum in ihren Bann und die großartige Leistung der Sängerinnen und Sänger sorgte für Gänsehaut, trotz des lauen Sommerabends. Der traurige Schluss wurde zwar erwartet, berührte aber trotzdem nicht nur musikalisch, sondern auch durch die überzeugende schauspielerische Leistung.
Verdis großartige Musik, die die ganze Bandbreite der Emotionen widerspiegelt, setzte einen glanzvollen Schlusspunkt auf eine spannende Saison und sorgte für Begeisterung.

Kommentare zum Vorstellungsbesuch Three is a party, Ballette von Nils Christe, Jiří Bubeníček und Jörg Mannes

Die Tatort-Oper-AG der Albert-Schweitzer-Schule, Gymnasium Nienburg

Kritik zum Ballett “Three is a party”
Das erste Stück „Fünf Gedichte” von Richard Wagner zu Gedichten von Mathilde Wesendonck war als eine Art Einleitung in das Geschehen sehr gut geeignet, da es ruhig war und langsam Spannung aufgebaut hat. Die Kostüme waren sehr schön und man konnte gut erkennen, wer zusammengehört und dass der weiß gekleidete Mann etwas wie eine „Übersinnlichkeit“ war, da er einzigartig gekleidet war und sich anders bewegt hat. Der Tanz war von allen sehr schön, die körperliche Intimität wurde klar deutlich.
Der einzig kritisch anzumerkende Punkt ist die fehlende Geschichte, denn man wusste nicht wirklich, warum es im Moment gerade genau geht.
Alles in allem ein sehr gelungenes Ballett von Nils Christe.
„Les jeux jaloux“, dem zweiten Ballett, war gut zu folgen, da die Tänzer viel mit Mimik und Gestik gearbeitet haben. Außerdem hat das Zusehen Spaß gemacht, weil die Geschichte sehr lustig war. Die Kostüme und Requisiten waren dem Stück gut angepasst. Allerdings war es wichtig, sich vorher mit dem Inhalt auseinandergesetzt zu haben, denn sonst wäre nicht das ganze Geschehen verständlich gewesen. Die Musik war abwechslungsreich und passte sehr gut zu den Stilen der Kostüme.
Alles in allem eine sehr gelungene Aufführung.
In der dritten Aufführung zu der Sinfonie „Heroes” von Philip Glass aus dem im Jahr 1977 erschienenen gleichnamigen Studio-Album greift Jörg Mannes durch seine Choreographie das Helden-Thema der Musik auf. Sein Ziel war es, die Tänzer als Helden darzustellen, die sich trotz jeglicher Widerstände ihrer Leidenschaft Tanz verschreiben. Abwechslungsreich gestaltete Jörg Mannes die Choreographie unter anderem durch das Auftreten der Tänzer als Solisten, aber auch in kleineren und größeren Gruppen. Zusätzlich wird Spannung erzeugt, als immer wieder bewegliche Wände über die Bühne rollen und – für den Zuschauer überraschend – Tänzer dahinter hervortreten. Insgesamt zeigt das Ballett „Heroes”, dass auch Ballette ohne eine konkrete Handlung durchaus abwechslungsreich gestaltet werden können und auch Geschichten erzählen können, in diesem Fall die der Tänzer.
„Schnittmenge“ der drei Choreographien:
gelungene Kostüme – tolle tänzerische Leistung – abwechslungsreich – überraschend

Kommentare zum Vorstellungsbesuch La traviata , Oper von Giuseppe Verdi

Clara und Lena, St.-Ursula-Schule, Hannover

“This is for you”: da wird uns jemand vor Augen geführt, der alle persönlichen Wünsche aufgibt, der sich verausgabt, der seine Bedürfnisse in der Hingabe unterdrückt und der in diesem Schmerz unterzugehen scheint: La Traviata. Hier in Hannover ist sie ganz allein auf der Bühne und dieses “sich Verausgaben” für andere erleben wir mit. Ist sie Opfer, weil ihre Wünsche dem gesellschaftlichen Druck nicht stand halten? Oder ist sie stark in der Liebe, weil sie sich für andre aufgibt? Hat sie eigentlich Chancen, sich anders zu entscheiden? Und noch eine ganz andere Frage: Passt diese schöne Musik zu dieser Seelenqual?
Was mich gestört hat: die Trainingsanzugshose unter dem weißen Röckchen. Die Kleiderwahl habe ich nicht verstanden. Und ich hätte es gut gefunden, wenn sich Violetta (als sie und Alfredo glücklich waren) zumindest einmal mit ihrem Geliebten auf der Bühne oder im Zuschauerraum hätte treffen können und sie sich hätten berühren können: Denn so hätte sie ihr inneres Gefängnis, also ihre Vergangenheit, den gesellschaftlichen Druck verlassen, und für kurze Zeit glücklich sein können.
Aber fesselnd und spannend war die Aufführung, ein Dank an die Sängerin, die sich so verausgabt!

Ayca, 7. Klasse der Werner-von-Siemens Realschule Hannover

Kritik zur Aufführung “La Traviata” in der Staatsoper Hannover
Wir, die Schüler der Werner-von-Siemens-RS, haben uns am 27. Januar 2016 die Oper La Traviata in der Inszenierung von Benedikt von Peter angesehen.
Ich fand die Oper sehr interessant, weil die Opernsänger im Publikum saßen und wir als Zuschauer dadurch das Gefühl hatten, mitten im Geschehen zu sein. Das war eine sehr kluge Inszenierungsidee, die nur sehr selten so umgesetzt wird. Dadurch war nämlich die Hauptdarstellerin ständig allein auf der Bühne und musste auch in Gesangspausen ihr schauspielerisches Talent beweisen.
La Traviata hat mich sehr inspiriert. Violetta ist immer stark geblieben, sie ist eine sehr selbstbewusste Frau, trotz des Ärgers mit Germont, dem Vater ihres Geliebten, ihren eigenen Geldsorgen und ihrer tödlichen Krankheit.
Die Stimmung der Musik passte zum Stück, zu allen Gefühlen gab es eine gute Melodie, die mich beeindruckt hat, weil es Emotionen gab, die mich mitgerissen haben.
Am tollsten war die italienische Sprache, die Sängerin artikulierte sehr deutlich. Diesmal gab es keine Übertitel, sondern Übersetzungstafeln rechts und links auf der Bühne. Dadurch passte mehr Text auf einmal auf die Tafel und man hatte dadurch einen besseren Überblick.
Es war eine sehr schöne Inszenierung, dass von der Bühne in den Opernsaal Konfetti geschossen wurde, war für mich neu, aber es war lustig.
Violetta hat mir von allen Sängern am besten gefallen. Den langen Applaus (unmittelbar nach dem Ende gab es standing ovations) hat das ganze Team verdient.

Kommentare zum Probenbesuch Die Macht des Schicksals, Oper von Giuseppe Verdi

Ciwan, 8. Klasse, Wahlpflichtkurs Musik der Werner-von-Siemens Schule

Eindrücke zum Probenbesuch „Macht des Schicksals“ am Donnerstag, den 21. Januar 2016:
Wir waren mit drei Schülern und Frau Hirsch in einer Bühnenorchesterprobe, die als GFO-Veranstaltung stattfand. Vor der Probe wurde uns im Lavesfoyer von Herrn Dr. Angermann ca. eine halbe Stunde eine Einführung in die Oper gegeben. Er erzählte uns einiges über die Besonderheiten der Oper und auch den Inhalt.
Die Oper wird in Hannover in der italienischen Originalsprache aufgeführt. Es wurde der 2. Akt geprobt, leider war die Übertitelung noch nicht in Betrieb, so dass wir am Anfang Schwierigkeiten beim Verstehen hatten. Der 2. Akt besteht aus verschiedenen Szenen, die auf einer Drehbühne gezeigt werden.
Die erste Szene war in einem Wirtshaus, der Sänger des Opernchores waren die Gäste in dem Wirtshaus, hinterher traten auch Kinder auf, die als Sternsinger verkleidet Spenden sammelten. Dekoriert war das Wirtshaus mit einem Tannenbaum und die Sängerin, die die Leonore darstellte, hatte sich mit einem roten Weihnachtsmannmantel verkleidet. Sie versuchte sich vor ihrem Bruder Carlo zu verstecken, der sie suchte.
Die Gäste taten so, als ob sie essen würden, wahrscheinlich weil es nur eine Probe war. Ob es bei der richtigen Aufführung dann auch richtiges Essen gibt?
Die nächste Szene spielte an der Klosterpforte, an der Leonora klingelte. Dort bat sie um Aufnahme, um sich zu verstecken. Das Gespräch mit den Mönchen erfolgte über eine Sprechanlage. Dadurch wirkte ihre Sorge, nicht eingelassen zu werden, noch stärker.
Oft unterbrach der Dirigent die Probe, weil der Zusammenklang noch nicht gut genug klappte. Bei diesen Unterbrechungen kam dann der Regisseur manchmal auf die Bühne und gab den einzelnen Solisten noch neue Anweisungen. Es war interessant, wie die Veränderungen meist sofort umgesetzt wurden und dadurch eine ganz andere Wirkung erzielt wurde.
Ich wünsche den Darstellern noch viel Glück bei den weiteren Proben und hoffe, dass das Stück viel Erfolg hat!

Kommentare zum Vorstellungsbesuch Der Freischütz, Oper von Carl Maria von Weber

Frauke, 11. Klasse Georg-Büchner-Gymnasium, Seelze

Was ist Nationalstolz und was ist die perfekte Nationaloper? Diese Fragen versucht Kay Voges in dieser Oper zu beantworten. Die typische romantische Oper von Carl Maria von Weber wurde neu erfunden und ist nun alles andere als klassisch, sie ist wild, schrill und modern.
Der Jägersbursche Max muss einen Probeschuss absolvieren, um seine geliebte Agathe zu heiraten. Jedoch wird er von Prüfungsängsten geplagt, welche durch eine Peniskastration deutlich werden. Ein anderer Jägersbursche namens Kasper überredet ihn, mit Freikugeln zu schießen, da diese nie ihr Ziel verfehlen. In der Nacht vor dem Probeschuss gehen Max und Kasper in die berüchtigte Wolfsschlucht, um dort die Freikugeln zu gießen. Währenddessen beschwört Kasper Samiel, den Teufel, welcher, wenn die Zeit gekommen ist, die siebte Freikugel lenkt. Samiel spielt zugleich auch den Regisseur des Stückes und stellt sich der Aufgabe, die perfekte Nationaloper zu kreieren. Am Tag des Probeschusses muss Max auf eine weiße Taube schießen. Kasper wird jedoch von der Kugel getroffen, da diese vom Teufel gelenkt wurde. Max gesteht, dass er mit Freikugeln geschossen hat und soll des Landes verwiesen werden. Doch dann tritt Gott höchstpersönlich auf die Bühne und schlägt vor, dass Max ein Probejahr absolvieren muss und dann Agathe heiraten darf. Mit diesem Vorschlag sind alle einverstanden und am Ende liegen Agathe und Ännchen, ihre ständige Begleitung, Max zu Füßen.
Zu Beginn des Stückes läuft Samiel, ein Zwitterwesen, sehr gut gespielt von Eva Verena Müller, durch eine Ahnengalerie mit bekannten deutschen Persönlichkeiten, unter anderem die Gebrüder Grimm. Kay Voges arbeitet das ganze Stück durchgehend mit vielen Anspielungen auf aktuelle politische Situationen und Geschehnisse. Immer wieder spielen zum Beispiel Neonazis eine Rolle. Die Anspielungen regen zum Denken an, insbesondere als Max seinen ersten Schuss abfeuert und eine Türkin mit Kopftuch und Kinderwagen erschießt. Andererseits muss man eine gewisse Vorkenntnis von der politischen Lage in Europa haben. Ohne dieses Vorwissen würde man viele Szenen nicht verstehen und sie vielleicht falsch auffassen.
Positiv ist mir das Bühnenbild aufgefallen. Das Haus auf der Bühne war natürlich ein Plattenbau, und hatte viele verschiedene Räume und Möglichkeiten. Obwohl die Räume durch eine Wand für die Zuschauer verdeckt blieben und nur durch ein paar Fenster Einblick gewährt wurde, konnte man doch alles Wichtige mitbekommen. Zwei Männer mit einer Kamera waren durchgehend unterwegs und alle Aufnahmen wurden direkt auf eine Leinwand neben dem Haus übertragen. Teilweise wurde auch mit schon fertig gedrehten Szenen gearbeitet. Jedoch wusste man manchmal nicht, wo man hinsehen sollte, da es neben der eigentlichen Bühne (die natürlich bespielt wurde) bis zu fünf Leinwände auf der Bühne gab, auf denen zumeist unterschiedliche Dinge dargestellt wurden.
Die eigentliche Leitfragen Samiels, was Nationalbewusstsein und was nationale Identität ist, werden durchgehend im Stück behandelt. Es ist allerdings auch das Einzige, was durchgehend in der Oper vorkommt. Alles andere ist sehr kurzlebig, sogar schon zu kurzlebig. Man wird mit lauter Eindrücken überflutet und weiß nicht, was man mit ihnen anfangen soll. Zum Denken bleibt kein Raum, da nach den Nationalsozialisten gleich die Pegidaanhänger auf die Bühne kommen und daraufhin der Weihnachtsmann, usw. Die eigentliche Leitfrage wird zwar versucht zu beantworten, es werden aber nur die schlechten Seiten vom Nationalbewusstsein gezeigt. Mir stellt sich daraufhin die Frage, ob Nationalbewusstsein gleich schlecht sein muss? Es schadet doch nicht, Stolz auf sein Land zu sein. Am Ende sind alle vereint auf der Bühne, und ein in weiß gekleideter, dunkelhäutiger Junge schwingt eine Deutschlandfahne, eigentlich schon zu klassisch und harmlos für diese Inszenierung.
Alles in allem spielt Voges mit den verschiedenen Vorlagen, die dieses Stück bietet. Man weiß nie, was er sich genau gedacht hat, oder ob er sich überhaupt etwas dabei gedacht hat. An manchen Stellen wird es zu abgedreht und man fragt sich, was das alles auf der Opernbühne soll. Besonders im 1. und 2. Akt herrscht eine totale Reizüberflutung, da einfach zu viel auf den Zuschauer einprasselt. Aber genau diese Reizüberflutung macht das Stück so interessant und es lebt eindeutig davon.
Diese Operninszenierung ist neu und modern und alles andere als klassisch. Meiner Meinung nach ist der Besuch eindeutig empfehlenswert, wenn man die klassischen Vorstellungen einer Oper zuhause eingepackt im Keller lässt und alles einfach auf sich einprasseln lässt.

Karl, 12. Klasse Georg-Büchner-Gymnasium, Seelze

Der Wolf im Schafspelz: Eine Kritik zum Freischütz
Wer sind wir? Was ist die deutsche Identität? Was ist Männlichkeit?
Der Freischütz, das Symbol der deutschen Oper, wurde neu ausgelegt, umgeformt und neu inszeniert.
Als Facette der märchenhaften romantischen Oper, wird nun das Gegenteil gesucht, das Chaotische, Konfuse und die Desillusionierung. Die deutsche Identität, Männlichkeit und Faschismus sollen im Werk kritisch hinterfragt und verarbeitet werden, doch verliert das Stück seine Aussagekraft vor lauter konfusen Einschüben.
Zur Vorbereitung auf das Stück befassten wir uns als Opern-AG mit dem Original, klärten Symbole der Romantik und deren Interpretationsansätze.
Mir wurde klar, dass ohne gründliche Vorbereitung das Stück kaum zu verstehen ist. Zwar benutzt das Werk lauter Symbole der Romantik, wie den Hasen, jedoch wird das Symbol umgedreht um eine gegenläufige Wirkung zu erzielen, oft ist dies aber nicht direkt zu verstehen und erzeugt nur Verwirrung. Dabei werden jegliche Elemente des Originals so umgedreht, dass die deutsche Identität als etwas sehr Negatives, Perverses und Anrüchiges dargestellt werden. Im Gegensatz dazu werden die positiven Elemente einer Identifizierung als Deutscher nicht dargestellt. Das Stück ist voll von Orgien feiernden Nazis, saufenden Hooligans und Pegidaanhängern. So frage ich mich, warum nur diese als Symbole für die deutsche Identität gewählt wurde.
Zeit darüber nachzudenken bleibt nicht, denn augenblicklich darauf wird erneut ein neues Thema angestoßen. Männlichkeit… Max muss den Freischuss erbringen, um Agathe zu gewinnen, dabei steht der Freischuss allerdings als Potenzbeweis, den Max durch Ejakulieren erbringen muss.
Einerseits finde ich die Thematik der Männlichkeit nicht mehr besonders aktuell, andererseits führt der Einschub dazu, dass kein “roter Faden“ im Stück beibehalten wird. Männlichkeit, deutsche Identität, Flüchtlingspolitik, NSU, Märchen, Nationalsozialismus und aktuelle Probleme werden zwar angeschnitten, doch erkennt man nicht mehr die Aussage vor lauter angeschnittenen Themenbereichen.
Extrem positiv empfand ich alleinig die Videoübertragungen und das Bühnenbild. Dies hatte ich noch nie in dem Maße erlebt und sie waren extrem spannend gestaltet und toll umgesetzt.
Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Neuinszenierung des Freischützes, zwar gute Ansätze hatte, das Stück jedoch zu konfus ist und keinen durchgängigen roten Faden hat. Es wurden zu viele Themen angesprochen und alles sehr einseitig dargestellt. Damit das Stück überhaupt verstanden werden kann, bedarf es im Vorhinein eine intensive Vorbereitung, schlussendlich führt es aber wenig zum Nachdenken. Die Fragen „Wer sind wir?“, „Was ist die deutsche Identität?“ und „Was ist Männlichkeit?“ sind im Nachhinein immer noch offen, führten aber auch nicht zum Nachdenken. Abschließend kann ich daher die Neuinszenierung des Freischützes leider nicht weiterempfehlen und es bleibt beim Wolf im Schafspelz.

Kommentare zum Vorstellungsbesuch Orlando, Jugendproduktion mit Musik von Georg Friedrich Händel u.a.

Gesine und Laureen, St.-Ursula-Schule:

Unser Besuch in der Oper Orlando am 15.12.2015
Die Oper Orlando von Händel wird im Ballhof Hannover durch Martin G. Berger neu und modern inszeniert. Interaktiv werden Zuschauer bei der Suche nach der Figur Angelika verschiedene Sichtweisen auf die Liebe näher gebracht.
Die einzelnen Szenen waren alle gut durchdacht, jedoch gab es einige Darbietungen, die den Zuschauer noch später zum Nachdenken anregten.
Besonders das Mädchen, welches an einer Blutkrankheit litt, konnte ihre Rolle sehr überzeugend umsetzen: Man konnte aus ihrer Darbietung für sich schließen, dass Liebe für andere unverständlich sein kann und jeder nur für sich definieren kann, was Liebe ist.
Das sich entkleidende Hirschmädchen wiederum, das stetig rief “ich brauch’ das alles nicht!”, stellte gelungen dar, dass man sich nicht der Liebe wegen verändern muss, sondern, dass man sich selber akzeptieren soll und dass man sich nicht der körperlichen Liebe unterwerfen soll. Allerdings wird dem Zuschauer seine Interpretation selbst überlassen.
Während dieser Reise verliert der Zuschauer scheinbar seinen Verstand, doch das offene Ende gibt Hoffnung auf das Finden der Liebe durch Warten. Generell ist festzuhalten, dass dem überraschten Publikum viele Denkanstöße gegeben werden.
Schade ist jedoch, dass es nicht ermöglicht wird, das komplette Stück zu sehen, da man mit seiner Gruppe nicht alle Stationen durchgehen konnte.
Fazit: speziell, modern, aufrüttelnd.

Carmen, 12. Klasse, Lutherschule:

Rezension zu „Orlando“
Ein außergewöhnlicher Opernbesuch war die Vorstellung von „Orlando“ am 15.12.15 im Ballhof eins allemal: Denn so musste das gesamte Publikum, anstatt stumm im Zuschauerraum zu sitzen, auf der Suche nach Burgfräulein Angelica über eine Stunde in unterschiedlichen Gruppen durch das Gebäude laufen und teilweise an interaktiven Stationen stehenbleiben und zwischendurch immer mal wieder seinen ritterlichen Schlachtruf ausstoßen. Begleitet wurden die Gruppen dabei von einem von Orlandos wilden Rittern, die allesamt darauf erpicht waren, Angelica, also die große Liebe, als erstes zu finden und auf dieser Suche wie zufällig die unterschiedlichsten Modelle, Probleme und Ansichten der „großen Liebe“ besuchten.
Da ist zum Beispiel der Mönch Jan, der nicht nur die große Liebe zu Gott symbolisiert, sondern gleichzeitig auch die Schwierigkeiten der Liebe im Rahmen von externen (von Gott auferlegten) Regeln wiedergibt. Allerdings könnte dieses Beispiel auch sinnbildlich für andere Instanzen stehen, wie etwa die Gesellschaft, den Staat, das Elternhaus.
Auf der Such nach Angelica treffen wir außerdem auf die chronisch erkrankte Rebecca, die sich nach bedingungslosem Vertrauen in einer Beziehung sehnt. Anschließend besuchen wir den Hirsch-Ritter, der plötzlich entdeckt hat, das Asexualität die Vorzüge haben kann, dass man ja nur sich selbst liebt und keinerlei gesellschaftlichen (Schönheits-)Idealen mehr anhängen muss.
Die Suche scheint vergebens, als sich alle Gruppen etwas verwirrt im Foyer treffen und ein letzter, verzweifelter Versuch gestartet wird, die Liebe nun doch endlich zu finden, zu verstehen und für alle in eine Formel zu bringen: Wenn wir gemeinsam Zähne putzen, Tatort gucken und kochen, muss das einfach funktionieren mit der perfekten Beziehung. Das ruft jedenfalls einer der Ritter atemlos durchs Megafon. Das folgt etwa der Logik „Wenn ich schlanker bin, werde ich glücklicher sein.“
Nach dieser Jagd und noch einigen weiteren Stationen verirrt sich das Publikum auf die Bühne, wo es mit Orlando zusammen auf den Mond im Zuschauerraum fliegt, um seinen Verstand zu suchen. Dies zieht zumindest musikalisch insofern einen Bogen, als dass dieser Schluss zusammen mit dem Beginn die einzigen beiden Szenen sind, die tatsächlich von Händels Opernmusik dominiert werden.
Die Idee, durch eine interaktive Inszenierung mehr junges Publikum in die Oper zu locken, ist an sich sehr reizvoll. Wer allerdings tatsächlich erwartet hat, Opernmusik zu hören, ist von diesem Abend wohl enttäuscht worden, da Händels Musik von dem wilden Geschrei der Ritter in den Schatten gestellt wird. Abgesehen davon, dass der größte Teil des Gesangs durch Gebrüll ersetzt wurde und der Abend augenscheinlich wenig mit Händels Stück zu tun hatte, waren die dargestellten Aspekte der Liebe allerdings so einfach und verständlich, dass man sich vorher wenigstens nicht fünf Rezensionen durchlesen musste, bevor man die Inszenierung verstanden hat.

Schirin,Lutherschule:

Frisch, jung und neu – wirklich gut?
Die Jugendproduktion von „Orlando“ stach schon zu Beginn durch eine ungewöhnliche Rollenbesetzung hervor: Orlando ist eine Frau. Doch daran hat man sich schnell gewöhnt. Woran ich mich nicht gewöhnen konnte, waren die enthusiastischen Schreihälse, welche die einzelnen Gruppen angeführt haben. Denn kurz nachdem Angelika verschwunden war, fing Orlando an, sie zu suchen. Doch nicht nur er machte sich auf die Reise, auch die Zuschauer sollten suchen.
Anfangs war es noch Angelika, doch immer schneller kristallisierte sich das eigentliche Suchobjekt heraus: Was ist Liebe? Die Zuschauer wurden Tieren und einem Schauspieler, der unter anderem dieses Tier verkörperte, zugeordnet. Die besagten Darsteller sorgten mit ihrer Stimmlautstärke dafür, dass sogar Schwerhörige vielleicht etwas verstehen konnten. Anfangs war es noch ganz lustig, doch innerhalb der nächsten Stunden entstand ein Strudel aus Laufen, kurzes Innehalten und sich eine kleine Szene anschauen, Weiterlaufen, Angebrüllt werden, sich zu beeilen, neue Szene, neuer Inhalt … Am schlimmsten war jedoch der Anfang der Rundtour:
Ein Priester hielt eine witzige Messe, man sollte mitsingen und mitbeten, gleichzeitig sich aber auch einen längeren Text durchlesen – und schon ertönte das Zeichen, dass man weitergehen sollte.
Natürlich war nicht alles schlecht. Die Organisation war sehr gut, denn jeder hatte schnell sein „Obertier“ gefunden, mit dem er mitlaufen sollte. Auch lernte man die verschiedensten Arten der Liebe kennen: klassische Liebe, kitschige Liebe, rein sexuelle Liebe, Liebe zu sich selbst … Es gab viel zu lachen und mitzumachen. Doch sechs Minuten immer das Gleiche zu machen (These: Liebe ist, gemeinsam Zähne zu putzen, zu kochen und Tatort zu schauen), ist auf Dauer anstrengend. Zwar erfüllt es seinen Zweck, jedoch hat es keinen Spaß gemacht. Genauso unangenehm war es, auf dem Bühnenboden zu sitzen, inmitten von zig anderen Menschen. Es war stickig und heiß. Nein, danke. Wenn ich nur an die ältere Dame denke, die ebenfalls unter den Zuschauern weilte. Ihr sah man deutlich an, dass es ihr nicht gefallen hat. So viel zu laufen war nicht angenehm, und dann konnte sie sich auch nicht hinsetzen, um sich auszuruhen. Weil es keine Stühle im Finale gab, sondern nur Bodenplätze, musste sie die dreißig Minuten stehen.
Ich persönlich hätte lieber länger an einer Station verbracht und fände einen Sitzplatz zwischendurch auch ganz angenehm – trotz meines jungen Alters. Außerdem wäre ich gerne „vorgewarnt“ worden, z.B. durch die Ankündigung, dass das Stück ein „interaktives Musical“ sei. Dies verrät nicht zu viel von dem Inhalt, es macht die Menschen neugierig, und es bereitet sie vor. Dadurch weiß man definitiv, dass feine Kleidung unangebracht ist. Orlando konnte ich letztendlich verstehen: Nicht nur er hat seinen Verstand (beinahe) verloren…

Kommentare zum Vorstellungsbesuch Candide, Comic Operetta von Leonard Bernstein

Julia, 11. Klasse, Lutherschule:

„Candide oder der Optimismus“ –eine Kritik zur Aufführung am 17.11.2015
Eins steht fest: die Vorstellung von „Candide oder der Optimismus“ war eine besondere, vielleicht sogar eine besonders gute. Mit amüsanten Charakteren, raffinierten Kostümwechseln und kleinen, satirischen Seitenhieben gegenüber Candide, sticht die Oper heraus.
Das Stück beginnt im Schloss Thunder-Ten-Tronckh mit dem Auftreten des Professors Pangloss, Candides Lehrer, der gleichzeitig die Rolle des Erzählers einnimmt und einen so durch das gesamte Stück begleitet. So lehrt er in der ersten Szene das Mantra: Wir leben in der besten aller möglichen Welten.
Als Candide aber nach einem Kuss seiner geliebten Cunégonde aus dem Schloss verbannt wird und in die weite Welt hinaus ziehen muss, lernt er eher das Gegenteil. Er zieht mit den Bulgaren in den Krieg, muss Naturkatastrophen in Lissabon überstehen, flüchtet nach Cádiz und Paraguay. Auf seiner Reise trifft er alte Bekannte aus dem Schloss des Barons wieder, trennt sich wieder von ihnen, um sie dann schlussendlich wieder zu finden. Menschen die vor den Augen Candides starben, leben plötzlich wieder und erzählen nebenbei, was ihnen widerfahren ist. Genauso wie die Handlung, ist auch die dargestellte Zeit unrealistisch.
Mithilfe von minimalistisch gehaltenen, wandelbaren Kostümen und einem Bühnenbild, das quasi aus einem Seil besteht, welches mal ein Haus oder ein Schiff darstellt, gewinnt die Comicoperette an Witz, Raffinesse und Charme. Besonders herausstechend ist das Orchester, das nicht wie üblich im Graben sitzt, sondern für den Zuschauer sichtbar ist.
Das Orchester spielt förmlich mit, so wirken nicht nur sie, sondern auch die Opernsänger und Schauspieler sympathisch und humorvoll. Zudem sehr erfrischend: Geredet wird auf Deutsch, gesungen auf Englisch.
Voltaires Intention, vor allem Leibniz mit dem Stück die Kehrseite des Optimismus und seine Nutzlosigkeit in einer Welt voller Katastrophen, Gewalt und Trauer zu zeigen, ist mit dieser Interpretation des Stückes wohl angemessen dargestellt worden.
Schade finde ich es jedoch, dass Candides Erkenntnis sehr spärlich gezeigt wird. Er besinnt sich zwar auf das, was er besitzt und lässt sich nieder, verzeiht aber Cunégonde relativ schnell ihre Untreue und hofft darauf, dass für die beiden nun eine bessere Zeit anbricht. Der Optimismus ist also immer noch tief in ihm verankert, er wirkt höchstens ein wenig traumatisiert, da die Realität ihm ein völlig anderes Bild bot, also eben doch nicht die Beste aller möglichen Welten.

Schirin, Lutherschule:

Rezension: „Candide“
„Wir leben in der besten aller möglichen Welten. Daraus folgt, dass dies das beste aller möglichen Stücke ist und dass das Schloss von Thunder Ten Tronckh das Beste aller möglichen Schlösser ist. Es besitzt nicht nur eine Tür, sondern auch zwei Fenster!“ So begann der Erzähler mit dem Stück und ich wusste sofort, dass diese komische Operette gut wird. Schon allein von dem Inhalt, der ziemlich verworren ist, habe ich eine humorvolle Inszenierung erwartet. Niemand anderes als Pangloss (und Leibniz) kann der Meinung sein, dass wir in der besten aller Welten leben. Oder doch?
Die Operette „Candide“ verfügt nur über ein spartanisches Bühnenbild. Genauer gesagt besteht es aus einem Seilgerüst und einem Hintergrundbild. Doch genau das fordert auf, sich selber Gedanken zu machen, und gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, viele verschiedene Orte darzustellen.
Beispielsweise bildet das Seilgerüst anfangs ein Haus, später dann ein Schiff. Auch nutzt man die Tafel mit den Übertiteln geschickt und verleiht beispielsweise der Argumentation von Pangloss, warum wir in der besten aller Welten leben würden, eine humorvolle Note, indem witzige Schaubilder gezeigt werden. Doch nicht nur die Bühnengestaltung hat überzeugt, auch die Schauspieler gaben ihr Bestes, um das Stück zum Besten aller Stücke zu machen. Viele Schauspieler haben auf ihre eigene Art und Weise überzeugt. Candide als der Pechvogel, der alles Schlimme erfährt, aber immer auf Pangloss Thesen vertraut. Seine Geliebte, Cunegonde, die nur in das Geld verliebt ist. Maximilian, Cunegondes kindischer Bruder, der dem Klischee eines kleinen Mädchens entspricht (auch mit seiner rosafarbenen Kleidung). Und nicht zuletzt das goldene Schaf. Komischerweise hat es mir am meisten gefallen und wirkte vollkommen glaubwürdig, wenn es gedankenverloren Blütenblätter futterte und nur „seiner“ Blume folgte.
Die Thematik war aber das Beste von allem. Schließlich ist es amüsant, dass das Stück unter anderem vermitteln möchte, dass Ermordet zu werden nicht gleich tot sein bedeutet. Und wenn Maximilian das Kreuz aus der Brust reißt, nur um Candide seinen Mantel zu geben, und dann Mut suchend zum Publikum guckt, ehe er sich das Kreuz wieder in den Körper rammt, dann muss man einfach Lachen. Selbst über den Tod wird hergezogen.
Doch ist dieses Stück nun das Beste aller möglichen Candide-Inszenierungen?
Nach dieser Lobhudelei müsste davon ausgegangen werden, doch drei Aspekte sprechen dagegen: Zum einen musste man oft durch das sehr schlichte Seilgerüst erraten, was es darstellen soll. Das Hintergrundbild hat oft geholfen, doch manchmal war es sehr schwierig, weil es für mich z.B. etwas dargestellt hat, was so nicht in den Kontext passte. Weiterhin überzeugten einige Schauspieler nur wenig in ihrer Darstellung oder waren nicht lustig. Dazu gehörte beispielsweise der Scheich. Andere Schauspieler tauchten ohne jegliche Erklärung auf oder verschwanden. In diesem Fall wird auf Thunder Ten Tronckhs Frau (?) angespielt. Sie besaß keine Sprechrolle und tauchte nur bis zu dem blutigen Gemetzel auf, sprich ganz zun Beginn. Möglicherweise ist sie umgekommen, genauso wie ihr Mann. Doch genau das kann Teil des Gewollten sein. Zuletzt kann es sich aus meiner Sichtweise gar nicht um die Beste aller möglichen Inszenierungen von „Candide“ handeln, da ich bis jetzt nur eine Vorstellung gesehen habe. Die hat mir sehr gefallen.
Abschließend lässt sich noch sagen, dass die These „Wir leben in der besten aller möglichen Welten“ am Tag der Aufführung einen bitteren Beigeschmack erhielt. An jenem Tag herrschte Terrorwarnung in Hannover wegen der Terrorgefahr in Paris und dem Länderspiel. Es fiel schwer, Pangloss einfach zu glauben, wie Candide es tat. An einem solchen Tag ist es sicher nicht ratsam, in ein solches satirisch-lustiges Stück zu gehen.
Wenn man nun noch Leibniz Einschränkung beachtet, dass Leid unumstößlich existieren müsse, denn sonst wäre die Welt Gott und das könne nicht sein, dann kann man nur sagen: Ja, leider. Eine solche Belastung ist nicht schön und wünschenswert.
Um auf die Frage zurückzukommen, ob wir in der Besten aller möglichen Welten leben würden, kann man sagen: Nein. Das hat Candide eingesehen, das hat jeder Zuschauer gespürt, vor allem, als der Hausherr der Oper zum Ende das Thema Terrorwarnung angesprochen hat. Wir leben in einer Welt, die von Schmerz, Hass und Tod zerfressen ist. Wir leben in einer Welt, in der jeder die Augen verschließt und behauptet: Wenn die Terrornacht in Paris oder Brüssel ist, dann bin ich hier in Hannover sicher. Wir leben in einer Welt, in der Aufwachen bedeutet, dass man die Welt sieht, wie sie ist: Paris und Brüssel sind verdammt nahe an Hannover dran. Millisekunden via Internet, wenige Stunden mit Verkehrsmitteln.

Kommentare zum Vorstellungsbesuch Rusalka, Oper von Antonín Dvořák

Cara, 11. Klasse, Georg-Büchner-Gymnasium, Seelze:

Dvoraks Oper Rusalka erzählt von einer Nymphe namens Rusalka, die sich in einen Prinzen verliebt hat und mit einer Hexe einen Pakt eingeht, um in einen Menschen verwandelt zu werden. Da die Hexe von Rusalka verlangt, dass sie ihre Stimme verliert, wenn sie ein Mensch wird, kann man sich vorstellen, dass das Märchen keinen guten Verlauf nehmen wird…
Der Inszenierung, die wir am 1. Oktober gesehen hatten, fehlte die „romantische“ Magie: so fehlte z.B. die im Libretto vorgesehene romantische Waldlichtung mit dem See komplett. Stattdessen war das Bühnenbild sehr dunkel und stellte einen Kerker dar. Am Anfang war das etwas gewöhnungsbedürftig, da man ein romantisches Märchen erwartet hatte und keinen Horrorfilm. Je länger man allerdings hinschaute, desto besser passte das Bühnenbild.
Nicht so gut gefallen hat mir, dass man den Unterschied zwischen Rusalka als Nymphe und Rusalka als Menschen nicht erkennen konnte. Ich hätte erwartet, dass sie als Mensch eben menschlicher aussehen würde und weniger grün geschminkt und bunter gekleidet sein würde.
Ebenfalls der „Lückenfüller“ zwischen dem ersten und dem zweiten Akt hat mir nicht so gefallen. Diese etwas „billig“ und lächerlich wirkenden Kostüme der „Meerjungfrau/Nymphe“ und des „Wassermannes“ haben überhaupt nicht zum Rest des Stückes gepasst.
Etwas irritiert hat mich auch, dass die Partie der Rusalka von der Seite aus gesungen wurde (weil die ursprünglich vorgesehene Sängerin erkältet war). Allerdings war das akustisch gesehen nicht schlimm. Dafür war es allerdings eher verwirrend für mich, dass die Sängerin einen hell beleuchteten Notenständer vor sich hatte, während das Bühnenbild sehr dunkel gehalten war. So musste man immer wieder auf die Sängerin der Rusalka gucken.
Gut gefallen hat mir vor allem die Rolle des Wassermanns. Die Figur des fürsorglichen Vaters, der sich um Rusalka sorgt und sich rächen will, dass ihr Herz gebrochen wurde. Das fand ich sehr gut umgesetzt.
Am Besten hat mir zudem der 3. Akt gefallen: Den Wechsel des Bühnenbildes fand ich sehr gelungen. Auch als der Prinz zu Rusalka kam, sie sucht und bittet, ihn zu küssen, hat mir gefallen.
Alles in allem habe ich eigentlich etwas Anderes erwartet, aber das Gesehene hat mich positiv überrascht. Rusalka ist ein wunderschönes Stück, das sehr gut umgesetzt wurde.

Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse, Werner-von-Siemens-Realschule, Hannover:

Justin: Ich fand diese Oper wunderschön, denn die Oper muss keine Wiese und kein Wasser bieten, denn es ist so schon prachtvoll! Ich fand das Ganze sehr spannend und es ist so, als ob das Ganze wie ein Film wirkt. Ich fand, dass Rusalka bombastisch super war!

Kassandra: Ich fand Rusalka sehr schön und interessant. Am besten fand ich aber Rusalka, weil sie sehr hübsch war und gut schauspielern kann. Die Kulissen waren sehr schön, doch die Kulisse, wo die Leichen waren, war etwas gruselig. Der Wassermann war sehr gut, weil, wenn man als Mann so gut singen kann, ist das sehr gut. Ich fand das Kostüm der Hexe sehr schön, wegen dem blauen Kleid. Man könnte der Fürstin aber auch etwas Helleres anziehen, denn sie hatte ja so ein tolles Gesicht. Ich hätte mir aber gewünscht, dass der Prinz etwas anderes angehabt hätte. Ich würde am liebsten noch mal rein. Und es ist ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe und eigentlich könnte man nichts an diesem Stück sagen, was mich stört.

Talia: Was ist mochte: Ich mochte, dass es nicht so wie das Märchen Arielle war. Ich fand die Musik auch richtig schön. Das Opernhaus fand ich ebenfalls richtig schön. Es war groß und man würde immer wieder gern dorthin gehen. Es lohnt sich! Ich empfehle es!
Was ich nicht mochte: Ich mochte es nicht, dass die Schauspielerin, die Rusalka spielte, krank war, deshalb konnte man nicht wissen, wie die Stimme von der Schauspielerin ist. Ich fand es auch schade, dass das Stück so lange dauerte. Was mich am meisten genervt hatte, war, dass wir die ganze Zeit lesen mussten. Welche Kostüme ich gut fand: Ich fand das Kleid im 2. Akt von Rusalka schön, weil es schön weiß und nicht so übertrieben war. Die Kleidung von der Fürstin war auch schön dunkel. Der Anzug des Prinzen im 2.Akt war voll schön. Das stand ihm richtig gut! Welches Kostüm ich nicht gut fand: Ich fand das Kostüm vom Prinzen beim 1. Akt nicht schön, da es komisch aussah. Welche Stimmen schön waren: Ich fand die Stimme von der, die Rusalka gesungen hatte, voll schön. Vom Prinzen war sie auch schön.