Schülerkritiken 2017/18

„West Side Story“

von Alessandra, Jg. 12

Seit nun 60 Jahren verzaubert das Musical West Side Story Millionen von Menschen aus aller Welt, so nun auch in Hannover. Die Inszenierung von Frank Thannhäuser und Nico Rabenald hat in der Staatsoper Hannover mit einer großartigen Besetzung, von sowohl Balletttänzern als auch Musicaldarstellern, den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Publikum ist begeistert! Von den Tanzeinlagen bis hin zum einfachen, jedoch ausdrucksstarken Bühnenbild ist in der West Side Story für jedes Alter was dabei.

Mit den englischen Songs und den deutschen Dialogen, ist dieses Musical nicht nur etwas für Opernliebhaber, sondern auch für Zuschauer die lieber Pop oder Jazz hören. Leonard Bernstein, der Komponist des Musicals, schaffte es, die (latein-) amerikanische Musik mit der westlichen Musik zu verbinden. Diese Verbindung unterstützt die Handlung, welche auf Romeo und Julia basiert, in der sich ein Paar aus verfeindeten Gangs ineinander verliebt, diese Liebe aber aufgrund der unterschiedlichen Herkunftsländer nicht erlaubt ist. So kann das Publikum in zwei Akten mit dem Liebespaar mitfiebern und gemeinsam auf ein Happy End hoffen…
Das erhoffte, glückliche Ende bleibt jedoch aus. Maria bleibt alleine, ohne Bruder und Liebhaber, zurück. Das Ende zerrt an den Nerven, da die Stille danach doch so Ohrenbetäubend ist. Der donnernde Applaus lässt dann nicht lange auf sich warten und man kann mit guten gewissen sagen, die West Side Story war und bleibt auch eins der besten Musicals der Welt.

Doch was wäre ein Musical ohne den richtigen musikalischen Flair. Das Feeling dieser sensationellen Musik greifen die Musiker unter der Leitung von Joseph R. Olefirowicz perfekt auf und verleihen damit den Tanzeinlagen noch mehr Lebhaftigkeit und Druck. Zudem wird der Zuschauer bereits am Anfang des Stückes durch provokatives Fingerschnipsen (gemeint ist das bekannte Jet-Motiv) in die Handlung eingeführt und ist sofort mit dabei.
Diese Leidenschaft im Schauspiel und Gesang passen ausgezeichnet zu der Geschichte zwischen der jungen Maria und Toni, die sich immer wieder nach einer heilen Welt ohne Streit zwischen den Jets und den Sharks sehnen. Diese Sehnsucht wird besonders im Tanz der Maria verdeutlicht.
Insgesamt ist diese Inszenierung so gut gelungen, dass die Zuschauer selbst am Ende nicht genug kriegen können und eine Zugabe wollen.
Ein Musical zum Mitfühlen und Mitsingen und mit viel Ohrwurmcharakter.

Kritik zur Oper „Salome“ von Richard Strauss

von Erik, Ratsgymnasium, Jg. 11

Bereits vor der Vorstellung, die wir am 22.11.2017 besuchten, waren wir innerhalb der Gruppe gespaltener Meinungen, wie Salome wohl werden würde. Neben Begeisterung und Vorfreude gab es auch Skepsis und Kritik. Diese Kontroverse spiegelte sich auch nach der Vorstellung wider. Einig waren wir uns aber über eines: Es erfordert eine künstlerische Höchstleistung, um diesen „schwierigen“ Inhalt überzeugend zu inszenieren. Der Regisseur muss einen schmalen Weg finden, welcher in der Darstellung der Personen irgendwo zwischen absurd und krankhaft liegt, ohne dabei das inhaltlich Wesentliche aus dem Blick zu verlieren.
In der Inszenierung an der Staatsoper Hannover wurde besonders auf den musikalischen Aspekt Wert gelegt. Das hervorragend musizierende Orchester schaffte es, das akustische Aufnahmevermögen zu reizen. Es kostete nicht nur die lauten, majestätischen Stellen von Strauss‘ Musik voll aus, sondern begeisterte auch in den sanften, leisen Melodien.
Diese vielschichtige musikalische Abwechslung zeigte nicht nur die Größe dieses Stückes, sondern sie legitimierte viel mehr das minimalistisch gestaltete Bühnenbild – zumindest teilweise. Eine leere Bühne vor sich zu haben und darin den Verlauf der Geschichte hinter der Oper nachzuvollziehen, fiel nicht nur mir teilweise äußerst schwer, einige verwunderte Stimmen aus benachbarten Reihen bestätigten mich darin, nicht alleine überfragt zu sein. Ich erwartete eine groß angelegte Inszenierung mit aufwändigem Bühnenbild und beeindruckender Kleidung und musste mich dann mit einer schlicht blauen Salome zufriedengeben. In meinen Augen hätte man an dieser Stelle eindeutig mehr künstlerisches Potential ausschöpfen können.
Positiv aufgefallen ist mir der Anfang, in dem die Hauptdarsteller zunächst aus dem Publikum heraus sangen, allerdings verwirrte dieser Einstieg auch gleichermaßen, da die Rollen aufgrund der nicht vorhandenen Kostüme nicht erkennbar waren und so sehr viele Fragen auftauchten, welche im Laufe des Stückes nicht unbedingt beantwortet wurden. Ein wenig enttäuscht von diesen vielen Fragen, die sich im Laufe des Stücks anhäuften, gab ich innerlich der Inszenierung noch eine letzte Chance. Mit dem Gedanken, dass der Schleiertanz das Stück als Schlüsselszene bereichern könnte, schaute ich hier ganz genau hin. Leider wurde meine Erwartung auch durch diesen mir schleierhaft gebliebenen Tanz enttäuscht. Es lässt sich wohl verzeihen, wenn eine Opernsängerin keine ausgebildete Tänzerin ist, die Tatsache, dass Salome aber gar nicht den Tanz leitete, war für mich trotzdem ein wenig ernüchternd. Wäre dieses Zurückziehen Salomes nicht schon negativ genug, entsprach der Tanz aber nicht einmal der ursprünglichen Definition. Ein „Tanz der sieben Schleier“, aufgeführt von elf Menschen mit Tüchern, entspricht in meinen Augen nicht dem Charakter einer Schlüsselszene. Man könnte hierbei natürlich damit argumentieren, dass sich der Regisseur nicht positionieren wollte, ob Salome als Prinzessin oder Verführerin zu betrachten ist. In meinen Augen ist aber gerade das die zentrale und groß diskutierte Frage, auf die ich als Zuschauer eine Antwort im Laufe des Stücks erwarte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dem Regisseur prinzipiell gute Ansätze gelungen sind, die man durchaus zu etwas Gutem zusammenführen könnte, allerdings gelang es ihm aus meiner Sicht nicht, den von mir bereits am Anfang angesprochene schmalen Weg zwischen absurd und krankhaft zu finden, sodass die Inszenierung immer zwischen diesen beiden Extremen schwamm, für mich allerdings nicht zufriedenstellend war.

Opernkritik zu „Salome“ von Richard Strauss

von Elisa, Ratsgymnasium Peine, Jg. 11

In unserer Gruppe herrschte vor Vorstellungsbeginn eine große Neugier, wie das doch eher bedenkenswerte, leicht verstörende Material von Richard Strauss in der Inszenierung der Staatsoper Hannover ausgelegt und interpretiert sein wird. Ich persönlich hatte hohe Erwartungen und recht konkrete eigene Vorstellungen.
Die Oper „Salome“ ist eines der bedeutendsten Werke von Strauss, welches in der Öffentlichkeit schon immer durch die Thematisierung von gewagtem Verhalten der Hauptpersonen höchst umstritten gewesen ist. Er komponierte zu einer Dramenvorlage von Oscar Wilde. Erzählt wird darin die sehr spezielle Geschichte der Prinzessin Salome. So kurios wird die Handlung vor allem durch den krankhaft anmutenden Charakter der Prinzessin und die Verhältnisse zwischen den einzelnen Personen.
Um den Inhalt der Oper besser nachzuvollziehen, sollten wir uns die Frage stellen, was in den Charakteren vorgeht. Trifft die Arbeit von Strauss nur auf so viel negative Kritik, weil sie oft missverstanden wird? Wie setzt die Staatsoper Hannover das Geschehen mit ihren vielen Konflikten um?
Zuerst möchte ich mich allerdings der musikalischen Seite der Oper widmen. Die Musik von Strauss ist einfach überragend! Sie hat mich von der ersten Sekunde an entführt in eine andere Welt und in einen fortlaufenden Sog aufgenommen. Die Musik hat die Handlung vor allem durch Leitmotive zu bestimmten Personen und Situationen verstärkt und die Wirkung des Gesamten um einen Großteil unterstützt! Das Orchester aus Hannover war ebenso hervorragend, da die Musiker das Werk mit breitem Klang zielsicher, präzise auf den Punkt gebracht haben!
Allerdings bin ich zwiespältiger Meinung, wenn ich die gesamte Inszenierung betrachte. Für mich persönlich am auffallendsten sind das minimalistische Bühnenbild sowie die Kostüme. Einerseits stehen so die Personen mehr im Fokus. Andererseits finde ich es schade, dass so eine Vorlage nicht zum kompletten Ausbruch der gewaltigsten Übertreibungen genutzt wurde. Meiner Ansicht nach wäre es noch interessanter zu sehen, was für Interpretationsansätze und Auslegungen es darüber hinaus gäbe, also welche andere Sichtweise eventuell durch weitere Überspitzung zum Vorschein gekommen wäre. Jedoch wäre dies folglich gewagter bzw. riskanter, da es vermutlich nur ein kleineres Publikum ansprechen würde.
Es wurden in der Inszenierung wenige Auftritte ausgewählt, um das überladene Original von Strauss überzogen darzustellen. Diese „Ausschreitungen“ gefallen mir auf der einen Seite aufgrund der eben genannten Argumente und um die Geschichte etwas aufzulockern gut. Diese durchaus positive Darstellung empfinde ich beispielweise beim Einsatz der Partyhüte. Die Auslassung der Darstellung des Inneren des Palastes, also das parallel zur Handlung laufende Bankett, sehe ich auch positiv, da die Darbietung zwecklos wäre und eventuell zu Verwirrungen geführt hätte. Aber im „Tanz der sieben Schleier“ sehe ich die ulkige, groteske Darstellung der Männer als negative Veralberung.
Zwischendurch entstanden Situationen, die wie Missgeschicke wirkten, so zum Beispiel den Ausschnitt, in dem Herodes auf dem Blut Narraboths ausrutscht, aber auf der Bühne in Hannover noch Meter von der Blutlache entfernt war oder aus einem nicht vorhanden Weinglas getrunken wurde, welches kurz vorher noch als Requisite gedient hatte. Hinzu kommen Passagen, die durch inhaltliche Wiederholungen – inhaltlichen Stillstand, sehr langezogen wirkten. Allerdings ist man hier natürlich an die Oper von Strauss gebunden.
Am besten finde ich die Abschlussszene, in der Salome den Kopf des toten Jochanaan küsst, da hier die Kuriosität und das „Spektrum“ des zwiegespaltenen Inneren Salomes erstklassig zum Ausdruck gebracht wird. Es ist die alles übertreffende, dramatische Vollendung des Stückes. Die Szene wirkt trotz des dauerhaft schlichten Bühnenbildes ausartend, verrückt und geschmacklos, was unter anderem an dem aparten und hemmungslosen Spiel der Darsteller, vor allem Annemarie Kremer (Salome), liegt.
In dieser Szene ist es der Inszenierung gelungen, die Darstellung trotz des minimalistischen Bühnenbildes und der Kostüme so apodiktisch abwegig und skurril auszudrücken, als wäre sie mit den genannten optischen Mitteln dargestellt. Dies ist beachtenswert eindrucksvoll gelungen!
Während dieser Szene wurde mein Kopf erstmals richtig zum Nachdenken angeregt und ich habe zu diesem Zeitpunkt verstanden, was alles hinter der Oper steckt! Ich habe angefangen, nicht nur das Handeln sondern auch den Charakter im Detail zu betrachten und zu verstehen. Ich finde es bewundernswert, dass dies der Inszenierung gelungen ist!
Allerdings hätte ich mir im Verlauf des Stückes eine bizarrere Darstellung gewünscht, sodass die Zuspitzung zum Ende hin noch deutlicher gewesen wäre! Die Wirkung ist zwar eingetreten, hätte aber noch verstärkt werden können und meiner Meinung nach auch müssen!
Vielleicht sind mir meine hohen Erwartungen und eigenen Vorstellungen etwas zum Verhängnis geworden.
Abschließend aber halte ich die Inszenierung von „Salome“ trotz der vielen Kritikpunkte für gelungen, da die Oper mit ihren schwierigen Charakteren verständlich dargestellt wird und die letztlich doch übertriebene Darstellung zum weiteren Nachdenken anregt!

Kritik/Eindrücke zum Ballett: „Daphnis – Lost Love“ von Jörg Mannes

von Elisa, Ratsgymnasium Peine, Jg. 11

Ich rechnete mit einem modernen Ballett, welches weit von der ursprünglichen Geschichte spielen würde. Erleben konnten wir ein Stück voller einzigartiger und fantastischer Choreografien, in denen ich mich allerdings nicht verlieren konnte! (-I can’t lose myself-)

Der erste Teil von „Daphnis – Lost Love“ ist ruhiger und liebevoller gehalten als der zweite. Dieser hingegen drückt einen härteren Aspekt der Liebe aus. Dies heben die einfach gehaltenen Kostüme sehr deutlich durch den Farbkontrast hervor. So unterstützt die Kleidung das Stück ein wenig, lenkt jedoch auf keinen Fall von der Handlung und den Werten ab, was ich für gelungen empfinde.
Auch die von Jörg Mannes ausgewählten musikalischen Werke setzen den Kontrast zwischen dem ersten und zweiten Teil des Ballettes weiter in den Vordergrund. Allerdings ist die Wirkung auf mich persönlich ebenfalls nicht besonders ausgeprägt.
Betrachten wir das Bühnenbild, so fällt eindeutig die Videoarbeit ins Auge. Bei dieser bin ich geteilter Meinung. Störend empfand ich die teilweise kurzen Unterbrechungen durch scheinbar technische Schwierigkeiten. Aber davon abgesehen finde ich die Bearbeitungen der Körperaufnahmen brillant gelungen, weil ich sie nicht mehr als solche empfunden habe, sondern als eine ganz eigene neue Dimension. Allerdings hätte ich es besser gefunden, für kurze Zeit beispielweise rauszuzoomen, um uns als Zuschauer zu zeigen, was wir gerade überhaupt sehen, da dies oft schwierig zu erkennen war. Ich konzentrierte mich also oft auf den Hintergrund und versuchte zu erkennen, was mir gezeigt wird, war dadurch aber leider von den Choreografien auf der Bühne abgelenkt. Vielleicht ist eine solche Verarbeitung des Mediums „Film“ auch einfach ein bisschen zu viel.
Die Choreografien waren auf technischer Ebene grandios. Vor allem die Wirkung der Gruppenchoreografien von Jörg Mannes, in denen Teile der Gruppe ausbrechen, sich alles in einem Kanon bewegt und am Ende wieder einen gemeinsamen Ausgang hat, beeindrucken mich besonders und jedes Mal aufs Neue! Allerdings konnte ich den Aspekt der facettenreichen Liebe nicht immer wiederfinden.
In Teilen ist es Jörg Mannes ziemlich gut gelungen, die Liebe darzustellen. Ich konnte selbst Erlebtes und Teile des heutigen Verständnisses von Liebe wiederfinden. So waren einmal zwei Paare auf der Bühne, die erst das gleiche tanzten. Alles wirkte harmonisch. Doch das eine Paar hörte auf, sich zu bewegen, während das andere perfekt harmonisch weitertanzte. Nun blickte die Frau vom stehenden Paar ihren Partner erwartungsvoll an, als wolle sie auch eine solche vollkommene Liebe. Dies zeigt sehr deutlich, welches Bild in der heutigen Welt oft auftaucht. Die Medien verbreiten ein perfektes Bild der Liebe, dem viele nachstreben, das aber kaum jemals erreicht werden kann.
Allerdings habe ich solche Aspekte meines Empfindens nach zu selten wiedergefunden. Zwar wurden allein durch den Tanz natürlich Beziehungen dargestellt, da Leute miteinander agieren. Wiederrum rechnete ich mit einer genaueren Auseinandersetzung mit der Thematik Liebe. Meine Erwartung an die Choreografien war eine Verarbeitung aller Emotionen, die mit Liebe in Verbindung gebracht werden können. Ich erhoffte mir, die Weiterentwicklung und Veränderung von Liebe erkennen zu können. Womöglich auch eine Gegenüberstellung von LIEBE der damaligen Sicht zur heutigen.
Ich fühlte mich selbst nicht unbedingt „eingeladen“. Ein gutes Stück macht es für mich aus, mich im Stück zu verlieren und quasi dabei zu sein. Bei „Daphnis – Lost Love“ saß ich hingegen die ganze Zeit im Zuschauerraum.
Im Allgemeinen war mir das Ballett zu frei gestaltet. So gibt es zwar mehr Interpretationsfreiraum, wobei aber der geführte Faden verloren geht. Ich hatte den Eindruck, dass die Liebe sich innerhalb des Stückes verliert (-It got lost-), sich damit das Ballett verliert und damit ebenfalls den Zuschauer.
Zusammenfassend gesagt, finde das Ballett „Daphnis – Lost Love“ rein technisch betrachtet zwar sehr gut, jedoch hat mich das Stück nicht richtig berührt, mitgerissen und abgeholt.

Kritik zu SALOME vom 22.11.

von Marie, Rebecca, Carla, Nina und Antonia (Jg. 12) Tellkampfschule

Salome ist die tragische Geschichte einer jungen Frau, die Opfer ihrer Umstände wird. Stimmlich und instrumental eine außergewöhnliche Oper, die besonders durch die Schlichtheit ihrer Inszenierung besticht: nichts lenkt vom Wesentlichen ab. Dennoch werden die Eigenheiten der Charaktere von treffenden Kostümen und dem Spiel mit Licht und Schatten betont.
Durch eine beeindruckende Leistung des gesamten Ensembles, insbesondere der Hauptdarstellerin Annemarie Kremer, enfaltet sich dem Publikum die vielschichtige Handlung.
All dies verstärkt die emotionale Wirkung vom Wahnsinn Salomes, welcher ihr Schicksal bestimmt. Uns stellt sich die Frage: Welche Missbrauchsgeschehnisse verbergen sich in ihrer Kindheit? Schließlich wirkt sie verloren und ohne moralische Anhaltspunkte.
Ihre Schönheit bringt ihr Ansehen aber auch Leid; in einer Gesellschaft und einer Familie, in der die (sexuelle) Rolle der Frau eine untergeordnete ist, findet Salome ihren Platz nicht. Der Konflikt von Individuum und Gesellschaft, von Täter und Opfer führt zu ihrem geistigen Verfall.
Die Oper ist verstörend – und das ist gut so.

„Liebestrank“ in der Staatsoper Hannover

von Merle Sophie (10. Klasse, Georg-Büchner-Gymnasium)

Mein erster Besuch im Opernhaus hat mich sehr positiv überrascht. In erster Linie hat mich das Bühnenbild der Oper „Liebestrank“ von Donizetti nachhaltig beeindruckt, weil es viele Funktionen hatte und die Szenerie sehr wandelbar war und in kurzer Zeit mühelos immer wieder anders aufgebaut werden konnte. Die gesangliche Leistung der Sänger fand ich großartig, denn sie konnten die Handlung der Oper gut ausdrücken und den Zuschauern vermitteln. Durch die Untertitel der italienischen Oper konnte ich die Handlung einfach nachvollziehen. Eindrucksvoll für mich war die Mehrstimmigkeit des begleitenden Chores, dessen Klang den ganzen Opernsaal ausfüllte. Das Geschehen des Stückes war lustig, was ich bei einer Oper vorher so gar nicht erwartet hätte. Ich kannte durch meine eigenen Aktivitäten bisher nur Musicalaufführungen und durch den Besuch der Oper, ist jetzt auch mein Interesse für die musikalische Gattung geweckt worden. Mein Fazit ist, dass ein Besuch in der Oper auch etwas für jüngere Leute ist und ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in der Oper!