Das GFO-Jugendprogramm TATORT OPER als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung

Das Durchschnittsalter des Opernpublikums in Deutschland steigt schneller als das der deutschen Bevölkerung insgesamt. Gleichzeitig belegen Studien, dass Besuche von Oper, Klassikkonzert, Theater und Ballett zu den am seltensten ausgeübten musikbezogenen Freizeitaktivitäten der 14 bis 24-Jährigen in Deutschland zählen. Für die Opernhäuser bedeutet das, dass sie nicht nur ihr aktuelles, sondern insbesondere auch ihr zukünftiges Publikum im Blick haben müssen, um ihre Existenz langfristig zu legitimieren und zu sichern. Kunstschaffende und Kulturmanager stehen damit vor großen Herausforderungen.
Vor mehr als 30 Jahren hat die Gesellschaft der Freunde des Opernhauses Hannover e.V. das Jugendförderprogramm TATORT OPER ins Leben gerufen, um genau dazu einen Beitrag zu leisten. In Kooperation mit den Schulen in Hannover und der Region erhalten Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Opern-AGs über einen Zeitraum von drei Jahren die Möglichkeit, didaktisch begleitet und nahezu kostenlos 18 Vorstellungen der Staatsoper Hannover zu besuchen – ein in Deutschland bis heute einzigartiges Angebot.
Eine Masterabsolventin am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover hat ihre Abschlussarbeit nun der Frage gewidmet, inwieweit das Jugendprogramm der GFO das Leben der Teilnehmer langfristig geprägt hat. Zur Beantwortung dieser Frage führte die Studentin Interviews mit ehemaligen Teilnehmern aller Generationen des Programms. Damit liegen nun wissenschaftliche Forschungsergebnisse zur Nachhaltigkeit der Bemühungen der Opernfreunde vor, die junge Generation erstens mit dem Operntheater in Kontakt zu bringen und zweitens langfristig für diese Kunstform zu begeistern.
Frau Timár kommt in ihrer 2017 durchgeführten Studie zu folgenden Ergebnissen: Die wichtigste Aufgabe des Jugendprogramms ist es, Hemmschwellen abzubauen und in das Genre Oper einzuführen. Denn viele Jugendliche begegnen dieser Kunstform zwar zunächst mit bestimmten Vorbehalten, gleichzeitig aber auch mit großer Neugier. Das Programm erreicht vor allem Schülerinnen und Schüler, die bereits musik-/kulturinteressiert sind. Das Elternhaus spielt eine wichtige Rolle für das Interesse an Musik. Die wichtigste Rolle dafür, das Interesse der Jugendlichen an der AG und der Oper zu wecken, spielen allerdings eindeutig die Musiklehrerinnen und -lehrer.
Eine Teilnahme am Jugendprogramm weckt und stärkt eindeutig das Interesse an Musiktheater und verändert das Bild, das sich die Schüler von Oper machen, ins Positive. Von den Interviewpartnern besucht die Mehrheit bis heute immer noch gelegentlich oder auch regelmäßig die Oper. 40 Prozent der Teilnehmer vermuten, dass Sie ohne die AG wahrscheinlich nie ins Opernhaus gegangen wären.
Die Opernfreunde bedanken sich herzlich bei Frau Timár für die Übermittlung ihrer Forschungsergebnisse. Besonderer Dank gilt außerdem den Leiterinnen und Leitern des Jugendprogramms und den beteiligten Musiklehreinnen und -lehrern für ihr unermüdliches Engagement. Das GFO-Jugendförderprogramm TATORT OPER trägt Früchte!

Quelle: Timár, Z. (2017). Das Jugendförderprogramm der Opernfreunde Hannover. Eine qualitative Befragung ehemaliger Teilnehmer zu ihrem Verhältnis zur Oper heute. Masterarbeit an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Lehrer, die mit ihrer Schule an TATORT OPER teilnehmen wollen und sechs Vorstellungen in der Saison besuchen möchten, können sich mit dem Leiter des Programms, Herrn Dr. Schmidt, in Kontakt setzen: stephan.schmidt@gbg-seelze.eu.