GFO-Künstlerlunch im Luisenhof

»GFO-Künstlerlunch im Luisenhof«

Zum letzten Künstlerlunch in dieser Spielzeit am 30. April trafen sich diesmal insgesamt 53 GFO-Mitglieder und Künstler des Opernhauses.

Zum ersten Mal waren bei dieser Veranstaltung auch Mitglieder des Balletts dabei: Cassia Lopes, Denis Piza und Patrick Michael Doe gewährten uns Einblicke in die Welt des Tanzes. Obgleich eine knappe Woche später die Uraufführung von „Henry VIII“ auf dem Programm stand und alle drei Tänzer durch Proben stark beansprucht waren, nahmen sie sich die Zeit für uns und erzählten, wie sie von Brasilien bzw. den USA nach Deutschland kamen und hier zu solch beeindruckenden Künstlern wurden.

Die Sopranistin Stella Motina – in der Ukraine geboren, mit Wohnsitzen in Hannover und Moskau -– berichtete von den unterschiedlichen Lehrmethoden in Russland und Deutschland und erzählte uns, dass sie sich schon sehr darauf freue, in der kommenden Spielzeit die Maria in der Neuproduktion der „West Side Story“ zu singen. Die armenische Sopranistin Karine Minasyan hat neben Rollen in der Jungen Oper, bei der sie Ensemblemitglied ist, auch schon kleinere Partien auf der großen Bühne übernommen. Sie betonte, dass gerade diese ersten Bühnenerfahrungen sehr wichtig für die Studenten zur Vorbereitung auf den Sängerberuf seien.

Vom Orchester begrüßten wir den stellvertretenden Konzertmeister Michael Wild sowie die stellvertretende Solocellistin Christine Balke. Beide Musiker sind bereits seit langer Zeit Mitglieder des Staatsorchesters. Es ergaben sich viele interessante Gespräche: über den neuen Spielplan, über das Künstlerleben in Hannover und über ganz allgemeine Themen. Gäste und GFO-Mitglieder unterhielten sich bestens bei gutem Essen. Die Zeit verging einmal mehr wie im Fluge.

Ich freue mich schon jetzt auf die kommende Spielzeit mit neuen Veranstaltungen, bei denen sich Künstler und Publikum näher kennenlernen.

Susanne Weisgerber

Fotos und Copyright: Susanne Weisgerber

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Video zur Spielzeitpräsentation der Staatsoper

»Ausblick auf die kommende Spielzeit 2017/18«

Das Leitungsteam der Staatsoper Hannover präsentiert die neue Spielzeit
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Video zu „Lot“

»Video zu „Lot“«

Oper von Giorgio Battistelli
Premiere: Samstag, 01. April 2017
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Intendantentreffen am 20. März mit Schulen des Jugendprogramms

»TATORT OPER der GFO: Gespräche über die Oper und eine notwendige Schnäppchenjagd«

Jedes Jahr zur Osterzeit treffen sich die zehn an dem TATORT-OPER-Programm der GFO teilnehmenden Schulen mit Herrn Dr. Klügl, um über die bis zu diesem Zeitpunkt gesehenen Aufführungen an der Hannoverschen Staatsoper zu diskutieren. Neben Herrn Dr. Klügl standen dieses Jahr auch der Ballettdirektor Herr Mannes, der Bariton Herr Adam und Frau Fölling von der Opernpädagogik und Jungen Oper den ca. 120 Schülern Rede und Antwort.
Tradition ist es bei dem Intendantentreffen, dass jeweils eine Schule eines der fünf gesehenen Werke mit einer kurzen szenischen Darstellung vorstellt, um die Aufführung mit ihrer zentralen Aussage wieder in Erinnerung zu bringen und um die Gespräche abwechslungsreicher zu gestalten. Diese sog. Anmoderationen wurden diesmal vom GYMNASIUM BAD NENNDORF unter Herrn Groß mit einer Art Sketch über die große Mildtätigkeit des Herrschers zu Mozarts Oper La Clemenza ti tito eingeleitet. Danach folgte der gesungene und szenisch interpretierte Vortrag von Schuberts bekanntem Lied „Das Wandern ist es Müllers Lust“ durch die TELLKAMPFSCHULE mit Herrn Saathoff als Erinnerung an Jörg Mannes’ Ballett Schubert. Das Singen wurde durch allerhand Akrobatik unterstützt, die das romantische Motiv des Wanderns verdeutlichen sollte. Das GYMNASIUM GROSSBURGWEDEL mit Frau Bleich ließ das Schicksal der Titelheldin aus Puccinis Oper Manon Lescaut in Gesprächen von verschiedenen „Klatschweibern“ durch Fensterrahmen Revue passieren. Das ALBERT-SCHWEITZER-GYMNASIUM aus Nienburg mit Frau Suckel wiederum verlegte in seiner Interpretation die Verkaufte Braut in Anlehnung an Martin G. Bergers Inszenierung in eine kontroverse Talkshow, in der die Protagonisten des Werkes der Moderatorin über ihre Wünsche und Gedanken Rede und Antwort stehen mussten. Zum Abschluss folgte eine Interpretation von Wagners Fliegendem Holländer durch die GOETHESCHULE unter Frau Führ, in der die Schülerinnen und Schüler in einer Art Rundtanz zur Holländer-Musik, die immer wieder angehalten wurde, die innersten und versteckten Wünsche der zentralen Figuren der Oper offenlegten.
In den intensiven Gesprächen über die Werke ging es z.B. um die Bedeutung der Kostüme in Mozarts Titus, denn die Kleidung wird im Verlauf der Oper zunehmend steifer und geradezu maoistisch. Diese Veränderung sollte symbolisieren, dass die Gesellschaft aufgrund von Titus’ Mildtätigkeit, die auch viel mit Unentschiedenheit zu tun hat, geradezu erstarrt.
Über die Choreographie des Balletts Schubert hatte Herr Mannes berichtet, dass während des Entstehungsprozesses viele Ideen von den einzelnen Tänzern mit eingeflossen sind und dass das Ballett ganz verschiedene Aspekte aus Franz Schuberts Leben aufnimmt: So sind z.B. die Kostüme der Tänzer teilweise durchsichtig, um Verletzlichkeit zu illustrieren oder bestehen aus Röcken, um die Biedermeierzeit zu repräsentieren.
Bei dem aufwendigen Bühnenbild zu Manon Lescaut hat die Schüler natürlich brennend interessiert, wie teuer diese Inszenierung eigentlich war: Ohne den genauen Preis zu nennen, hat Herr Dr. Klügl aber betont, dass man als Intendant auch zum Schnäppchenjäger wird: Um die Kosten zu senken, wird einerseits preiswerter Stoff teilweise auf Vorrat eingekauft, andererseits sollten Kostüme im gewissen Rahmen auch wiederverwendbar sein.
Schließlich hat Herr Adam den Schülern u.a. noch gestanden, dass für ihn Lampenfieber Teil seiner Arbeit sei und dass das ein Zeichen dafür sei, wie ernst er seine Arbeit und das Publikum nehmen würde. Außerdem hat der Sänger darüber berichtet, dass die Arbeit mit einem Regisseur nicht selten auch eine gewisse Konfrontation sei, denn das Verständnis zu einer Rolle sei nicht immer identisch. So müsse im Laufe des Probenprozesses ein gemeinsamer Weg entwickelt werden und das könne auch sehr anstrengend sein.
Für die Schülerinnen und Schüler war übrigens die Aufführung der Verkauften Braut die überzeugendste Vorstellung der Saison.

Lehrer, die mit Ihrer Schule nahezu kostenlos an dem Programm TATORT OPER teilnehmen wollen und sechs Vorstellungen in der Saison besuchen möchten, können sich bei dem Leiter des Programms, Herrn Dr. Stephan Schmidt, bewerben: stephan.schmidt@gbg-seelze.eu.

Fotos und Copyright: Dr. Stephan Schmidt

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Besuch der Bühnenorchesterprobe „Lot“

»Besuch der Bühnenorchesterprobe „Lot“«

Von den düsteren und verstörenden Geschehnissen, die das Alte Testament über die Stadt Sodom, über Lot, sein Weib und seine beiden Töchter berichtet, ist den meisten wohl jene Episode bekannt, in der Lots Weib – beim Verlassen des dem Untergang geweihten Sodom – gegen das göttliche Verbot verstößt, sich noch einmal umzuschauen, und dafür bestraft wird, indem sie zur Salzsäule erstarrt.
In Giorgio Battistellis Oper Lot, die jetzt im Staatstheater ihre Uraufführung erlebte, kommt diese Szene natürlich auch vor. Und die GFO-Mitglieder, die am 23. März 2017 einer Bühnenorchesterprobe mit Ausschnitten aus dem 2. Akt beiwohnen durften, hatten Gelegenheit, auch diese Szene zu hören und zu sehen. Ihre Eindrücke, auch ihre Einwände und Fragen konnten sie gleich im Anschluss an die Probe loswerden, im Gespräch nämlich mit dem Regisseur Frank Hilbrich und dem Chefdramaturgen Klaus Angermann.
Warum – so wurde etwa gefragt – „passiere“ denn seitens der Inszenierung so wenig im entscheidenden Moment der Umwandlung zur Salzsäule? Warum laufe die Frau einfach zurück in den Bühnenhintergrund, um dort im Dunkel zu verschwinden? Hilbrich begründet seine scheinbare Zurückhaltung als Regisseur in dieser Szene lapidar und einleuchtend: „Die Salzsäule hör‘ ich nicht. Die große Show – sie ist hier von der Musik her nicht gewollt.“ In der Tat komponiert Battistelli hier keinen „Knalleffekt“, den die Regie entsprechend umsetzen müsste. Er legt das Gewicht viel stärker auf den vorangehenden Monolog von Lots Weib, der von weitgespannten melodischen Linien geprägt ist und schließlich auf einer Tonhöhe verharrt und verklingt und damit sich deutlich abhebt von dem sonst überwiegend sprunghaft-rezitativischen Gestus der Gesangspartien, wie sie die Zuhörer in der Probe erlebten.
Regisseur Frank Hilbrich beeindruckt die Probengäste in der Nachbesprechung durch die unprätentiöse offene Art, in der er sein Konzept erläutert. Und das ist darauf angelegt, den Intentionen des Komponisten so weit wie möglich gerecht zu werden, indem es sich an den hörbaren Aussagen der Musik orientiert. Der Schöpfer dieser Musik in Gestalt von Giorgio Battistelli ist im Gegensatz zu den allermeisten heutzutage gespielten Opernkomponisten noch sehr lebendig. Ein paar Tage nach der BO-Probe kommt er selbst nach Hannover, um sich mit der fast fertigen Inszenierung seiner Oper vertraut machen. Der Regisseur ist mit ihm natürlich beizeiten die ganze Partitur hinsichtlich der szenischen Umsetzung durchgegangen, ist aber, wie er sagt, darauf eingestellt, bis zur Premiere noch dieses oder jenes Detail zu ändern (die Salzsäule, so ist zu vermuten, wird aber wegbleiben).
Die Probenbesucher der GFO hatten im Falle Lot jedenfalls ein spektakuläres Vorrecht. Nicht nur durften wir, wie sonst üblich, im Voraus einen Eindruck von Inszenierung und Bühnenbild gewinnen, von den Sängerinnen und Sängern natürlich auch, und nebenbei noch ein bisschen Bühnenluft und Probenatmosphäre schnuppern. Als erste Zuhörer erlebten wir Ausschnitte einer zeitgenössischen Oper in ihrer originalen Orchestrierung live, bevor der Komponist selbst dazu Gelegenheit hat! Ein großes Dankeschön der Nutznießer an alle, die das ermöglicht haben!

Klaus Hagedorn

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GFO-Tanzworkshop „Don’t think twice“

»GFO-Tanzworkshop „Don’t think twice“«

Am 5. Februar 2017 lud Tanzpädagogin Bettina Stieler alle tanzfreudigen Opernfreunde zu einem an die Ballettproduktion Don’t think twice angelehnten Tanzworkshop in den kleinen Ballettsaal ein. Nach drei Stunden intensiver Tanzerfahrung ließen fünf der Teilnehmerinnen den Workshop bei einem kühlen Getränk in der Kantine des Opernhauses noch einmal Revue passieren:

„Ich fand es sehr anregend und es hat wieder viel Spaß gemacht. Es wurde Kreativität gefordert – mehr als ich erwartet habe. Man hat etwas für seinen Körper getan und war nicht passiv, sondern aktiv dabei.“

„Dass man selbst kreativ sein konnte, hat mir besonders gefallen. Die Ideen fand ich total spannend und anregend. Diese Vorstellung, in einer Kugel zu tanzen – das auf der Bühne zu sehen, war ja schon faszinierend. Und jetzt imaginär selbst in diese Kugel zu kriechen – das war wirklich richtig toll. Da konnte ich so richtig drin aufgehen, gerade weil ich ja schon eine Idee dazu hatte. Bettina macht das sehr nett und sehr anregend. Sie ermutigt einen gut.“

„Und sie hat auch diese Spannbreite gut bewältigt – bei einer Gruppe, in der einige nur ganz wenig und andere ganz viel Tanzerfahrung mitbringen.“

„Das alles so unter einen Hut zu bringen, die verschiedenen Altersgruppen, den unterschiedlichen Erfahrungsschatz, den wir mitbringen, und was unsere Wünsche sind. Angefangen haben wir mit Imitation, wo wir Dinge nachgemacht haben. Aber es folgte auch Improvisation – kreative Gestaltung. Alles sehr schön heruntergebrochen für uns Laien, so dass jeder mitmachen konnte auf seinem Niveau. Jeder konnte für sich entscheiden, wie weit er geht, ob er alle Ebenen oder nur eine Ebene benutzt, ob er ins Schwitzen kommt oder nicht.“

„Die einen können mehr, die anderen können weniger. Das alles hat Bettina sehr gut aufgefangen mit ihrer frischen Art, jedem Mut zu machen. Auch mir, so dass ich mir gesagt habe, jetzt hole ich mal alles aus mir heraus. Und dafür bedanke ich mich herzlich bei Bettina, aber auch bei Frau Schlömer und der GFO, dass so etwas überhaupt angeboten wird.“

„Zu verbessern gibt es eigentlich nur, dass es öfter stattfinden könnte. Und bei der Grundidee sollte man bleiben: in das Bewegungsrepertoire eines Stücks oder, was man ja auch machen könnte, eines Choreographen einzusteigen. Also nicht – man macht mal irgendwie einen Workshop – sondern, dass es Parameter gibt, an denen entlang gearbeitet wird. Also wenn das bliebe, entweder ein inhaltliches Sujet oder ein Bewegungsrepertoire als Grundlage, auf der gearbeitet wird, ich finde das wäre gut.“

„Das möchte ich auch noch einmal bestärken. Diesen thematischen Zusammenhang finde ich total super. Eine klasse Idee, uns, die wir das Stück schon ein bisschen kannten, die Impulse zu geben und uns dann wirklich selbst daran arbeiten zu lassen. Und dabei haben wir wirklich Szenen selbst kreiert mit unseren Bewegungen, also eine eigene Choreographie entwickelt.“

„Und ich hab immer auch das Gefühl, dass ich, wenn ich solche Sachen mitmache, das Stück noch einmal ganz anders durchdringe. Man kommt an das Stück noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise heran. Auch noch einmal darüber zu philosophieren: Don’t think twice – it‘s alright. Ich habe heute für mich eine neue Möglichkeit entdeckt, dieses Stück, das ich schon gesehen habe, noch einmal ganz anders wahrzunehmen. Ich gehe noch einmal rein, um diese andere Sicht zu haben.“

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Besuch der Bühnenorchesterprobe „Der fliegende Holländer“

»Besuch der Bühnenorchesterprobe „Der fliegende Holländer“«

Wie immer begann der Probenbesuch mit einer ausführlichen Einführung: Dramaturg Christopher Baumann berichtete über die Entstehungsgeschichte der Oper und ihre historische Einordnung vor dem Hintergrund der Lebenssituation Richard Wagners.
Die Staatsoper Hannover spielt die Fassung von 1864 (mit „Erlösungsschluss“).
In dieser Oper spielt der Chor eine wichtige Rolle und an diesem Samstagmorgen wurde gezielt an den Chorszenen gearbeitet. In der Kulisse eines tsunamigezeichneten Gebäudes fiel es kaum auf, dass die Mitglieder des Haus- und Extrachores in privater Garderobe probten. Man darf gespannt sein, welchen Effekt dies haben wird, wenn diese Menschenmenge in Maske und Kostüm auftritt.

Es erklangen im Vorfeld mit dem Chor des Hauses aufgenommene Tonaufnahmen, die den Holländer-(Geister-)Chor repräsentierten und in die Live-Situation eingefügt wurden. Nach intensiver Arbeit an der Synchronität und dem Auspegeln der optimalen Lautstärke erzeugte dies ein gelungenes Zusammenspiel von Klangeindrücken mit direktem und entfernterem Charakter. Wie Christopher Baumann später erklärte, machen die Dialoge zwischen den Norwegern und der Besatzung des Holländers immer eine Grundsatzentscheidung erforderlich: Alles live bedeutet, dass man den Chor aufteilen muss. Dadurch wirken aber beide Seiten zwangsläufig weniger kraftvoll. Der Einsatz von Technik ermöglicht volle Kraft, verändert aber wiederum die Probenarbeit und erleichtert diese nicht unbedingt. Unter der lebendigen Anleitung von Ivan Repušić gelang das Zusammenspiel von Orchester und Tonaufnahme schnell sehr gut und veranlasste Chor und Probenbesucher zu Applaus. Im weiteren Probenverlauf legte Ivan Repušić besonderen Wert auf die Textverständlichkeit und verwendete viel Zeit auf Einsätze und Details.

In der Probenpause nahm sich Bernd Mottl die Zeit, uns sein Regiekonzept zu erläutern. Er erklärte, dass er die Naturgewalten und ihre Wirkung auf den Menschen zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen gemacht habe. Im Laufe des Gesprächs zeigte sich, dass jeder Probenbesucher ganz eigene Eindrücke von der auf der Bühne dargestellten Situation gewonnen hatte. Mancher hatte eine Schiffskatastrophe, andere ein überflutetes Luxushotel vor Augen. Gelobt wurde die unglaubliche Spannung, die Musik und Bühnengeschehen bereits in dieser Probenphase erzeugen konnten.

Ein Gedanke, der mir beim Schreiben dieses Berichtes kam: Den fliegenden Holländer gibt es wirklich: Die Seeleute aus allen Erdteilen dieser Welt, die an Bord der Containerschiffe ihrer Arbeit nachgehen und über lange Phasen tatsächlich keine Möglichkeit haben, an Land zu gehen.

Obwohl unter anderem Licht und Kostüme noch fehlten, gingen die Opernfreunde nach diesem Vormittag beeindruckt und berührt nach Hause. Die Spannung und Vorfreude auf die Premiere ist groß.

Im Namen des GFO-Vorstandes bedanke ich mich bei Herrn Baumann, Herrn Mottl und allen Mitarbeitern der Oper, die uns immer wieder diese spannenden Probenbesuche ermöglichen. Es ist ein großes Privileg, welches wir sehr zu schätzen wissen.

Gabriele Warda

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GFO-Stammtisch am 17.1.2017 im Meiers Lebenslust

»GFO-Stammtisch am 17.1.2017 im Meiers Lebenslust«

An diesem Abend begrüßten zahlreiche gutgelaunte Opernfreunde als Gäste das Ehepaar Johanna und Thomas Held. Frau Held ist inzwischen fast 30 Jahre als Bratschistin und Herr Held seit fast 40 Jahren als Fagottist im Orchester des Opernhauses tätig. Beide berichteten sehr ausführlich über ihre Arbeit im Orchester, die Freude über den neuen GMD Ivan Repušić und lobten die gute Zusammenarbeit und Atmosphäre an „unserer“ Oper.
Natürlich wurde auch über alte Zeiten gesprochen: Was war gut (oder früher besser als heute), was war nicht so schön. Im Rückblick fielen unter anderem Namen wie George A. Albrecht, Christof Prick, Christian Tielemann – ja, „der“ Thielemann war am Beginn seiner Laufbahn kurze Zeit als Korrepetitor und Kapellmeister in Hannover engagiert.
Frau und Herr Held erwähnten auch Opern, die sie trotz ihrer langen Berufstätigkeit noch nie gespielt haben: z. B. „Die schweigsame Frau“ und „Arabella“ von Richard Strauss.
Das Musikergen ist bei Familie Held weiter vererbt worden: der Sohn ist begeisterter Chorsänger (beruflich als Jurist tätig) und die Tochter studiert Gesang in Berlin. Vielleicht begrüßen wir ja in einiger Zeit eine Sängerin namens Katharina Held hier bei uns.
Es wurde sehr lebhaft über „moderne“ Inszenierungen diskutiert: u.a. über die Neuinszenierungen von „Die verkaufte Braut“, „Der Freischütz“ und „Candide“.
Ich danke Johanna und Thomas Held sowie allen Musik- und Opernfreunden für einen fröhlichen, anregenden Abend. Der Dank schließt auch das flotte Team von „Meiers Lebenslust“ ein!
Ist Ihre Neugierde geweckt? Dann besuchen sie gerne den nächsten GFO-Stammtisch am 16. Mai 2017. Gäste sind jederzeit herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Sie!

Gabriele Warda

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„Katzenmusik“ – Begegnungen mit der Oper „Die englische Katze“ –

»„Katzenmusik“
– Begegnungen mit der Oper „Die englische Katze“ –
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Am 21. November erwartete uns GFO-Mitglieder wieder einmal ein spannender Probenbesuch – diesmal eine Bühnenorchesterprobe der Oper „Die englische Katze“ von Hans Werner Henze. Uraufgeführt im Jahre 1983 und ein Jahr später in Hannover schon einmal gespielt, war das Stück den meisten von uns – auch mir – eher unbekannt. Dank der Einführung von Dr. Klaus Angermann waren wir jedoch gut vorbereitet.

Wir sahen bei der Probe einen Durchlauf des 1. Aktes und waren sogleich alle begeistert vom Bühnenbild, das bereits einen ziemlich kompletten Eindruck hinterließ. Die Musik war mir beim ersten Hören zunächst etwas fremd. Was mich jedoch von Anfang an faszinierte, war die Begeisterung der Sänger an dem Stück, die sich unmittelbar aufs Publikum übertrug. Die meisten Kostüme waren bereits mehr oder weniger zu erkennen, so dass man eine recht gute Vorstellung von dem Endprodukt gewinnen konnte. Kapellmeister Mark Rohde korrigierte das Eine oder Andere, ließ aber meist längere Passagen am Stück spielen, was uns mit der Musik zunehmend vertraut machte. Im Pausengespräch schilderte uns die Regisseurin Dagmar Schlingmann (ab der kommenden Spielzeit übrigens Intendantin des Staatstheaters Braunschweig) ihre Sicht auf das Stück und war sehr interessiert, unsere Fragen und Gedanken zur Inszenierung zu hören. Der Probenbesuch hatte meine Neugier auf die Aufführung auf jeden Fall geweckt.

Bei der Premiere am 26. November war ich dann einfach nur noch begeistert von Musik und Inszenierung. Wunderbar fand ich auch die angedeuteten Katzenohren bei den Frisuren der Sänger und die viktorianischen Kostüme. Für mich war sogleich klar, dass ich das Stück noch einmal erleben musste. Am 21. Dezember sah ich dann wiederum eine herrliche Aufführung. Im Anschluss hörte ich gemeinsam mit weiteren Interessierten einen Vortrag des Henze-Experten Dr. Jens Rosteck „Hans Werner Henze – der mediterrane Deutsche“. Dr. Rosteck ergänzte seinen sehr informativen und anschaulichen Vortrag durch passende Fotos und verstand es, dem Publikum den Komponisten und sein Werk noch näher zu bringen.

Ich kann diese Produktion wärmstens empfehlen. Schade, dass das Werk so selten gespielt wird.

Susanne Weisgerber

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»GFO-Schüler erleben Puccinis Manon Lescaut«

»GFO-Schüler erleben Puccinis Manon Lescaut«

Eines der zentralen Ziele der GFO ist es, mit dem vor über 30 Jahren gegründeten Jugendprogramm TATORT OPER Schülerinnen und Schüler für Oper zu begeistern. In jeder Saison werden deshalb für die 10 Schulen aus Hannover und dem Umland, die jeweils mit 14 Schülerinnen und Schülern an dem Programm teilnehmen, sechs Opernbesuche finanziert.

Am 1. Dezember besuchten die 140 Schülerinnen und Schüler im Rahmen von TATORT OPER mit Puccinis Manon Lescaut bereits die dritte Aufführung (nach Mozarts Titus und dem Ballett Schubert von Jörg Mannes). Puccinis frühes Meisterwerk hat die Schüler mit seiner emotionalen Musik sowie der dramatischen Handlung unmittelbar angesprochen. Für viele war die Aufführung ein großes Highlight.

Sehr spannend und aufschlussreich ist in den Nachbesprechungen der einzelnen Besuche, wie differenziert die Jugendlichen das Erlebte beschreiben und auf welche Aspekte des Gesehenen sie sich überhaupt konzentrieren.

So beleuchtet Margarethe, die den 11. Jahrgang der St. Ursula-Schule besucht, z. B. sehr genau, wie Manons Kleidung und ihre sich ändernde Haarfarbe Aufschluss über ihren Charakter geben: „Besonders eindrucksvoll ist für mich die Inszenierung des 2. Aktes. Die gesamte Kulisse ist schwarz: Das Bett ist schwarz, schwarz-silber glitzernde Vorhänge hängen herab, der Boden ist schwarz, die Treppe ist schwarz – alles ist schwarz. Auch die Angestellten sind schwarz gekleidet, Geronte und seine Gesellschaft erscheinen ebenfalls in schwarzen Kostümen. Und mitten in dieser dunklen aber edlen Welt ist Manon Lescaut in ihrem gold-gelben, leuchtenden Kleid. Sie sticht hervor und das warme leuchtende Gelb bildet einen starken Kontrast zu ihrem Umfeld. Dennoch steht ihr Kleid nicht im Widerspruch zu ihrer Umgebung, denn es ist golden und damit so edel wie die silber-schimmernden Gegenstände im Raum. Aus diesem Grund drückt Manons Kleid viel über ihren Charakter aus: Sie lebt bei Geronte im Reichtum und liebt diesen Prunk. So ist sie in diesem Haus nicht fremd, sondern passt sehr gut in diese edlen Verhältnisse. Aber dennoch ist sie anders als die anderen reichen Leute im Palast. Die Wärme, die ihr Kleid ausstrahlt, steht für Gefühl, für die Liebe. Anders als die anderen sehnt sie sich nicht nur nach Prunk, sondern sie verspürt Sehnsucht nach Liebe. Interessant ist auch die Haarfarbe von Manon: Manon Lescaut hat braunes Haar, doch während des zweiten Aktes sind ihre Haare grau. Sicherlich war es zu der damaligen Zeit vornehm, graue Haare zu tragen. Aber ich interpretiere das wie folgt: Die Haarfarbe steht für Manons Jugend und Leidenschaft. Während sie mit Des Grieux zusammen ist, blüht sie auf, ist jung und lebensfroh. Im Palast sind ihre Haare grau, weil sie dort nicht dieses erfrischende und jugendliche Gefühl von Liebe verspürt. Ihr Leben im Palast befriedigt zwar ihr Bedürfnis nach Wohlstand, aber ihr Verlangen nach Emotionen und Leidenschaft bleibt ungestillt. Als Manon sich in Gefangenschaft befindet, sind ihre Haare wieder braun, als Ausdruck für ihr durch Liebe und Leidenschaft geprägtes Handeln.“

Sehr vielsagend ist auch die Kritik von Maria, die aus Argentinien stammt und zurzeit in den 12. Jahrgang der St. Ursula-Schule geht. Sie beneidet ihre deutschen Mitschüler: „In meiner Stadt in Argentinien gibt es keine Oper und deswegen war dieser Opernbesuch für mich ein ganz besonders großes Erlebnis und ich finde es toll, dass Schüler hier so in die Oper gehen können. Ich fand das ganze Stück großartig, richtig gut und in jeder Hinsicht gelungen!“
Die Kritiken der zwei Schülerinnen verdeutlichen sehr eindringlich, wie emotional berührend Oper für Schüler sein kann und wie lohnend und bereichernd es ist, junge Menschen an diese vielfältige Gattung heranzuführen.

Schulen, die an dem nahezu kostenlosen Programm teilnehmen wollen, können sich an den Leiter von TATORT OPER, Dr. Stephan Schmidt, wenden: stephan.schmidt@gbg-seelze.eu.

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